Primäres Raynaud-Syndrom

Synonyme: Morbus Raynaud, Raynaud-Phänomen, Weißfingerkrankheit

Definition

Primäres Raynaud-Syndrom

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  • Das primäre Raynaud - Syndrom ist eine anfallsartige Erkrankung der Digitalarterien 
  • Ischämische Attacken der Finger II-V mit Parästhesien
  • Ausgelöst durch Kälte oder Emotionen
  • Dauer maximal 30 min

Ätiologie

Primäres Raynaud-Syndrom

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Die Ursachen des primären Raynaud - Syndroms sind unklar.


Epidemiologie

Primäres Raynaud-Syndrom

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  • Das primäre Raynaud - Syndrom betrifft 3% der Bevölkerung
  • Bevorzugt sind Frauen betroffen: w:m = 6:1

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Primäres Raynaud-Syndrom

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Beim primären Raynaud - Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

Auslöser für die Attacken:

  1. Stress?
  2. Kälte?

Diagnostik

Primäres Raynaud-Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des primären Raynaud - Syndroms sind relevant:

  • Kälteprovokationstest (evtl. kombiniert mit akraler Oszillographie od. Kapillarmikroskopie)
  • Allen-Test: isolierter Verschluss der A. radialis / A. ulnaris?
  • Labor zum Ausschluss sek. Formen (BSG, CRP, BB, Anti-SCL70, Anti-U1RNP, ANA, anti-DNS-Ak, Kälteagglutinine)

Diagnosekriterien:

  1. symmetrischer Fingerbefall beider Hände
  2. Kälte od. emotionaler Stress als Auslöser
  3. Schmerzen nur während des Anfalls
  4. keine Nekrosen
  5. Kapillarmikroskopie im Intervall normal
  6. Labor unauffällig
  7. Symptome seit > 2a ohne Grundkranhkeit

Klinik

Primäres Raynaud-Syndrom

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Das primäre Raynaud - Syndrom präsentiert sich meist durch ischämische Attacken in 3 Phasen "Tricolor-Syndrom":

  1. Blässe (weiß)
  2. Zyanose (blau)
  3. Hautrötung (rot)

Therapie

Primäres Raynaud-Syndrom

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei primärem Raynaud - Syndrom umfassen:

  • Allgemeinmaßnahmen:

          Kälteschutz, Nikotinverzicht, Vermeidung von Stress

  • Pharmakologische Therapie (limitierend ist die RR-senkende Wirkung):
  1. Amlodipin 5-20 mg/d
  2. Prazosin 1-5 mg/d
  3. Nitrosalben / -sprays
  4. Losartan 25-100 mg/d

Komplikationen

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Bei primärem Raynaud - Syndrom wurden in wenigen Fällen nach Jahren Organische Veränderungen beobachtet.

Empfehlung: jährlich körperliche Untersuchung


Zusatzhinweise

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Zum primären Raynaud - Syndrom liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. Renz-Poslter H, Krautzig S (2008) - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban&Fischer, München und Jena
  2. Herold (2008) - Innere Medizin
  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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