Prämenstruelles Syndrom

Synonyme: PMS, Premenstrual Syndrome

Definition

Prämenstruelles Syndrom

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Unter dem prämenstruellen Syndrom versteht man:
  • periodische, in der 2. Zyklushälfte auftretende psychische und physische Beschwerden
  • meist Abklingen mit Eintreten der Blutung

Ätiologie

Prämenstruelles Syndrom

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  • Ursache des prämenstruellen Syndroms primär nicht geklärt, Hypothesen:
  • hormonelle Dysbalance in der 2. Zyklushälfte
  • unterschiedliches Ansprechen der Neuroregulation auf hormonelle Reize (z.B. erniedrigter Serotoninspiegel) 

Epidemiologie

Prämenstruelles Syndrom

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prämenstruelle Beschwerden unterschiedlichen Schweregrades:

> 75% aller Frauen während der Geschlechtsreife

3-8 % aller Frauen: schwere Form = prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Altersgipfel > 35.Lj


Differentialdiagnosen

Prämenstruelles Syndrom

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Anamnese

Prämenstruelles Syndrom

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Beim prämenstruellen Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Niedergeschlagenheit und Traurigkeit?
  • Stimmungsschwankungen?
  • Müdigkeit?
  • Spannungsgefühl i.d. Brüsten?
  • Wassereinlagerungen?
  • Kopfschmerzen?
  • Unterbauch-/ Rückenschmerzen?
  • Verstopfung?

Diagnostik

Prämenstruelles Syndrom

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Die Diagnostik des prämenstruellen Syndroms umfasst:
  • gezielte Anamnese
  • Zyklustagebuch: Aufzeichnung typischer Symptome nach Zyklustag und Intensität (numerische Skala) 
  • gynäkologische Untersuchung (Endometriose, Uterus myomatosus?)
  • ggf. Ausschluss von Hypothyreose, Hyperprolaktinämie, Corpus-luteum-Insuffizienz
  • ggf. psychiatrische Abklärung 

Klinik

Prämenstruelles Syndrom

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Symptome des prämenstruellen Syndroms treten gegen Ende der 2. Zyklushälfte auf:

  • depressive Verstimmung
  • Affektlabilität
  • innere Unruhe und Ängstlichkeit
  • Reizbarkeit, Aggressivität
  • Konzentrationsstörungen
  • Heißhunger
  • Hitzewallungen
  • Kopf- u. Rückenschmerzen
  • Mastodynie
  • Ödemneigung
  • Verdauungsbeschwerden
  • Akne
  • Migräne

oft spontanes Nachlassen der Symptome mit Beginn der Menstruation


Therapie

Prämenstruelles Syndrom

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Die Therapie des prämenstruellen Syndroms umfasst verschiedene Strategien je nach Symptomatik

  • Lebensstil: Stressreduktion, körperliche Aktivität
  • Nahrungsergänzungsmittel: Calciumcarbonat 1200mg/d, Magnesium 200 mg/d, Vit. B6  50 mg/d
  • Phytotherapie: Agnus castus 4 mg/d 
  • falls Kontrazeption erwünscht: Kombinationspräparat mit Drospirenon als Gestagenkomponente
  • Spironolacton 25-50 mg bei starker Ödemneigung
  • bei ausgeprägten depressiven Störungen/psychosozialen Beschwerden selektive Serotonin- Wiederaufnahmehemmer (SSRI) in niedrigstmöglicher Dosierung: Fluoxetin 20 mg/d, Sertralin 50-150 mg/d, Paroxetin 10-30 mg/d, Citalopram 10-30 mg/d während der Lutealphase, evtl. auch durchgehend (8)
  • Migräne: gegen Übelkeit Metoclopramid, 15 min später Analgetikum

Komplikationen

Prämenstruelles Syndrom

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Komplikationen des prämenstruellen Syndroms können sein:
  • Frauen mit Migräne im praemenopausalen Alter: statistisch 3-4-fach höheres Schlaganfallrisiko
  • verstärkte Periodenblutung bei ASS-Einnahme möglich

Zusatzhinweise

Prämenstruelles Syndrom

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zum prämenstruellen Syndrom.


Literaturquellen

Prämenstruelles Syndrom

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  1. (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  2. (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  3. (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  4. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  6. (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  7. (2008) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe- Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  8. (2010)  Uhl B, - Gynäkologie und Geburtshilfe compact - Thieme
  9. (2007) Campagne DM, Campagne G. The premenstrual syndrome revisited. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2007 Jan;130(1):4-17.Review.
  10. (2010) Shechter A, Boivin DB. Sleep, Hormones and Circadian Rhythms throughout the Menstrual Cycle in Healthy Women and Women with Premenstrual Disphoric Disorder. Int J Endocrinol. 2010;2010:259345.
  11. (2009) Lopez LM, Kaptein AA, Helmerhorst FM. Oral contraceptives containing drospirenone for premenstrual syndrome. Cochrane Database Syst Rev. 2009 Apr



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