Postmenopausale Zystitis

Synonyme: Cystitis, Blasenentzündung, Harnblasenentzündung, Harnblasenaffektion, engl. urinary tract infection

Definition

Postmenopausale Zystitis

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Die postmenopausale Zystitis ist die Infektion der Harnblase nach der letzen Regelblutung (ca. 50. LJ)


Ätiologie

Postmenopausale Zystitis

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Die Ursachen der Postmenopausalen Zystitis sind folgendes:

  • Erhöhung des pH-Wertes in der Vagina wegen Östrogenmangel (vermehrte Besiedelung des gramnegativen Enterobakterien)
  • Erhöhtes Risiko für Infektionen wegen Brennen und Jucken im genitalen Bereich nach der Menopause

Epidemiologie

Postmenopausale Zystitis

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Zur Epidemiologie der Postmenopausalen Zystitis liegen derzeit keine Daten vor


Differentialdiagnosen

Postmenopausale Zystitis

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Anamnese

Postmenopausale Zystitis

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Bei der postmenopausalen Zystitis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Alter? Regelblutung vorhanden? Wenn nicht seit wann?
  • Miktionssymptomatik? (Pollakisurie? Dysurie? Nykturie? Strangurie? Hämaturie? usw.)
  • Schmerzsymptomatik wenn vorhanden?
  • Vorerkrankungen? Infektionen? Medikamenteneinnahme?
  • Partner mitbetroffen? (Bei Verdacht auf STDs)

Diagnostik

Postmenopausale Zystitis

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Zur diagnostischen Abklärung der postmenopausalen Zystitis sind relevant :

  • Anamnese (Rezidivierende Zystitisbeschwerden), Klinische Untersuchung
  • Urinanalyse (Mikrohämaturie? Leukozyturie?, Proteinurie?, pH-Wert?, Nitrit?)
  • Urinkultur und Resistogramm (Abstriche der Harnröhre, Scheide und Zervix)
  • Labor (CRP, Leukos, BSG)
  • ev. Sonographie (Ausschlussverfahren von Pyelonephritis und anderer Erkrankungen)
  • Lokalisationstest (Fairley-Test, Infektlokalisation nach Stamey, Antikörperbeladene Bakterien)
  • ev. MCU (Miktionszystourethrografie)
  • Gynäkologische Untersuchung (Ausschluss aller gynäkologischer Krankheiten)


Klinik

Postmenopausale Zystitis

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Die postmenopausale Zystitis kann eine oder mehrere der folgenden Symptomen zeigen :

  • Retro-, supra-pubischer Druckschmerz ev.Tenesmen (fehlende Schmerzen im Nierenlager!)
  • Dysurie, Pollakisurie, Algurie, ev. Nykturie
  • Fieber möglich
  • Oft verbunden mit Makrohämatourie („hämorragische Zystitis“)
  • Moderate Einschränkung des Allgemeinzustandes

Therapie

Postmenopausale Zystitis

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Bei der postmenopausalen Zystitis wird keine Kurzzeittherapie angewendet, sondern:

  • TMP (Trimethoprim) 2x100mg/d für  7 Tage
  • Bei rezidivierenden Infekten : Langzeitprophylaxe TMP 100mg 1x/d über mehrere Monate
  • Urogynäkologische Untersuchung zum Ausschluss einer Genitalinfektion und eines Tumors
  • Lokale Östrogenapplikation (z.B. Estriol 1x0,5 mg/d für 3 Wo, anschl. 2x wöchentlich 1 Estriol 0,5 mg)

Komplikationen

Postmenopausale Zystitis

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Als Komplikationen der postmenopausalen Zystitis können auftreten :


Zusatzhinweise

Postmenopausale Zystitis

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  • Reduzierte Besiedelung von gramnegativen Enterobakterien in der Vagina wegen niedrigem vaginalen pH-Wert (Laktobazillen produzieren Säure und Östrogene fördern das Wachstum von Laktobazillen) 

Literaturquellen

Postmenopausale Zystitis

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  1. (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  2. (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  3. (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  4. (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  5. (2006) Hautmann R, Huland H - Urologie - Springer Verlag

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