Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

Definition

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Das posthypoxische Parkinson-Syndrom ist ein akinetisches, nach akuter globaler Sauerstoffunterversorgung des ZNS auftretendes Parkinson-Syndrom.


Ätiologie

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Die Ursachen des posthypoxischen Parkinson-Syndroms sind:

  • Vergiftungen: CO, Mangan
  • akute Mangeldurchblutung: Narkosezwischenfälle, Strangulation
  • oft nach Überleben der anoxischen bzw. hypoxischen Phase einer Enzephalopathie
  • Manifestation der Parkinson-Symptome meist einige Wochen nach der Hypoxie

Epidemiologie

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Genaue epidemiologische Daten zum posthypoxischen Parkinson-Syndrom sind zur Zeit nicht verfügbar.


Differentialdiagnosen

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Anamnese

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Beim posthypoxischen Parkinson-Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Begleiterkrankungen?
  • auslösendes Ereignis?
  • Narkosezwischenfälle?
  • CO-, Manganvergiftungen?
  • andere Intoxikationen?
  • Traumatas?
  • ZNS-Mangeldurchblutung?

Zum Ausschluß symptomatischer Ursachen:

  • Medikamentenanamnese
  • Berufsanamnese
  • Drogenanamnese
  • Familienanamnese

Diagnostik

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Zur diagnostischen Abklärung des posthypoxischen Parkinson-Syndroms sind relevant:

  • Läsionen im Globus pallidus bzw. im Striatum nachzuweisen
  • CT (hypoxisch bedingte, symmetrische Erweichungen im Pallidum)
  • zerebrale MRT
  • neurologische Untersuchung: Kardinalsymptome (Rigor, Tremor, Akinese, posturale Instabilität)
  • evtl. L-Dopa-Test nach UPDRS (schlechtes Ansprechen bei toxischer Ursache)
  • Labor: toxikologische Diagnostik, Kupfer, Coeruloplasmin, Entzündungsparameter

Klinik

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Das posthypoxische Parkinson-Syndrom kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Hypo- bzw. Akinese
  • verändertes Gangbild - vornübergebeugt, kleinschrittig, ohne physiologische Armbewegungen
  • geringe Mimik
  • Sprechstörungen (Hypophonie)
  • erhöhter Muskeltonus
  • Ausfall der Stellreflexe
  • evtl. neuropsychologische Symptome
  • evtl. Tremor

Therapie

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Die Therapie des posthypoxischen Parkinson-Syndroms umfasst folgende Möglichkeiten:

medikamentöse Thrapie:

  • keine evidenzbasierte Therapieempfehlungen
  • geringe Beeinflussung der klinischen Symptomatik durch die Gabe von L-Dopa, in Einzelfällen ist ein Therapieversuch sinnvoll
  • je nach Indikationsstellung Gabe von anderen Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Syndrome möglich, s. dazu idiopathische Parkinson-Krankheit
  • symptomatische Behandlung

nichtmedikamentöse Maßnahmen:

je nach Symptomen sinnvoll, Nutzen nicht eindeutig nachgeweisen

  • Krankengymnastik
  • Logopädie
  • psychologische Betreuung

Komplikationen

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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Zu den Komplikationen des posthypoxischen Parkinson-Syndroms liegen der Zeit keine Informationen vor.


Zusatzhinweise

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  • nach akuter Hypoxie sind auch Myoklonien, choreatische und ballistische Symptome möglich

Literaturquellen

Posthypoxisches Parkinson-Syndrom

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  1. (2006) Mumenthaler M, Mattle H - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme, Stuttgart
  2. (2006) Poeck K, Hacke W - Neurologie - Springer, Heidelberg
  3. (2007) Schwarz J, Storch A - Parkinson-Syndrome: Grundlagen, Diagnostik, Therapie
  4. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  5. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  6. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  7. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  8. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  9. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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