Polymenorrhoe

Synonyme: Verkürzung des Regelintervalls

Definition

Polymenorrhoe

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 Polymenorrhoe bezeichnet die zu häufige Regelblutung (Zyklusdauer < 25 Tage) bei normaler oder erhöhter Blutungsstärke.


Ätiologie

Polymenorrhoe

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Urachen der Polymenorrhoe sind:

  • verkürzte Follikelphase: Follikelreifung setzt sehr früh ein, läuft verkürzt ab
  • verkürzte Corpus-luteum-Phase: bewirkt oft Sterilität, Infertilität
  • Verkürzung beider Phasen
  • anovulatorische Zyklen: gehäuft in Umstellungsphasen: nach der Menarche, in der Prämenopause
  • starker Stress

Epidemiologie

Polymenorrhoe

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Zur Zeit gibt es keine epidemiologischen Daten zur Polymenorrhoe.


Differentialdiagnosen

Polymenorrhoe

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Anamnese

Polymenorrhoe

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Bei der Polymenorrhoe sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • genaue Zyklusanamnese: Zyklusdauer unter 25 Tagen? regelmäßig oder unregelmäßig? Blutungsstärke (wieviele Tampons/Binden werden benötigt?)
  •  Alter: Menarche, perimenopausale Phase?
  • unerfüllter Kinderwunsch?
  • Hinweise für Anämie: Blässe, Müdigkeit?
  • starker Stress?

Diagnostik

Polymenorrhoe

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Die Diagnostik der Polymenorrhoe umfasst:

  • gynäkologische Untersuchung: Adnexbefund?
  • vaginale Sonographie: Ovarialzysten, Endometrioseherde?
  • Labor: Estradiol, Progesteron, FSH,LH (zyklusabhängig), Blutbild, Ferritin, ev. Gerinnungswerte (Ausschluss hämorrhagische Diathese)
  • Basaltemperaturmessung (verkürzte Follikel- und/oder Corpus-luteum-Phase? Monophasisch: anovulatorisch?)
  • ggf. sonograph. Monitoring der Follikelreifung

Klinik

Polymenorrhoe

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Symptome der Polymenorrhoe können sein:

  • Zyklus unter 25 Tagen Dauer
  • normale Blutungsstärke
  • Kombination mit zu starker Blutung möglich: Hyperpolymenorrhoe
  • kein Anstieg der Basaltemperatur in Zyklusmitte, fehlender Ovulationsschmerz  → fehlende Follikelreifung mit Anovulation (6)
  • treppenförmiger Anstieg der Basaltemperatur, prämenstruelle Schmierblutungen → Corpus-luteum-Insuffizienz
  • Sterilität

Therapie

Polymenorrhoe

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Die Therapie der Polymenorrhoe umfasst:


  • evtl. keine Therapie notwendig (falls Zyklus ovulatorisch, fertil, keine Anämie)
  • bei verkürzter Follikelphase:                                 Ethinylestradiol 25 µg/d vom 4.-10. Zyklustag               oder  Östrogen-Gestagen-Kombination (kombinierte Ovulationshemmer od. Substitutionspräparate perimenopausal)
  • bei verkürzter Corpus-luteum-Phase: zyklische Gestagengabe ab 12. Zyklustag für 10 Tage (z.B. Norethisteronacetat 5 mg/d), bei Kontrazeptionswunsch Ovulationshemmer (Östrogen/Gestagen-Kombination)
  • bei unerfülltem Kinderwunsch Beratung über Stimulationstherapie
  • bei leichten Formen ev. Versuch mit Mönchspfeffer (Agnus castus )
  • ggf. Entspannungstherapie zum Stressabbau

Komplikationen

Polymenorrhoe

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Komplikationen der Polymenorrhoe:

  • Anämie durch erhöhten Blutverlust
  • bei Anovulation oder Corpus-luteum-Insuffizienz: Sterilität

Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zur Polymenorrhoe.


Literaturquellen

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  1. (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  2. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  3. (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  4. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  5. (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  6. (2009) Goerke K - Leitsymptome Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban&Fischer
  7. (2009) Uhl B - Gynäkologie und Geburtshilfe compact - Thieme

Assoziierte Krankheitsbilder zu Polymenorrhoe

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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