Pityriasis simplex

Synonyme: Pityriasis alba, Pityriasis sicca

Definition

Pityriasis simplex

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Bei der Pityriasis simplex handelt es sich um eine Hauterkrankung mit spöden, trockenen, rundlichen bis ovalen Hautarealen, die meistens mit feiner Schuppung und leichtem Juckreiz verbunden ist.


Ätiologie

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Zu den Faktoren, die das Auftreten einer Pityriasis simplex begünstigen, gehören:

  • atopische Diathese
  • zu intensive Reinigungsmaßnahmen auf der Haut
  • beschleunigte Proliferation der Epidermiszellen
  • niedrige Luftfeuchtigkeit, v.a. in der kalten Jahreszeit

Epidemiologie

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  • Die Pityriasis simplex tritt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, seltener bei Erwachsenen im höheren Lebensalter auf.
  • Betroffen sind vor allem Patienten mit trockener Haut.
  • Die Erkrankung kommt gehäuft bei Patienten mit atopischem Ekzem vor.
  • Die Pityriasis simplex wird insbesondere in der kalten Jahreszeit klinisch manifest.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Pityriasis simplex sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? 
  • Beschwerden: Juckreiz? Schuppung?
  • Befall? Lokalisation? Verlauf? 
  • Frühere Hauterkrankungen? Atopie?
  • abgelaufene virale Infekte? andere Infektionen?
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen? andere bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Allergien? Unverträglichkeiten?
  • zu intensive Reinigungsmaßnahmen?
  • Medikamenteneinnahme? 
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Pityriasis simplex sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Klinische Symptomatik
  • weißer Dermographismus: die bestrichenen Areale bleiben weiß; unspezifisches Zeichen.

Klinik

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Man unterscheidet zwischen den folgenden Erscheinungsformen je nach ihrer Lokalisation:

Pityriasis simplex capitis (Pityriasis simplex capillitii):

  • Definition: trockene Kopfhautschuppung.
  • Ätiologie: Pityriasis simplex capitis kann bei Patienten mit trockener Haut bereits nach wenigen Haarwäschen mit entfettenden Shampoos vorkommen. Weiterhin wird bei der Erkrankung eine pathologische Rolle von Pityrosporum ovale diskutiert. 
  • Effloreszenzen: mehr oder wenig umschriebene, stärker schuppende, juckende Herde.
  • Maximalvariante: Pityriasis amiantacea; diese Form wird durch asbestartige, an Haaren und Kopfhaut fest haltende Schuppung gekennzeichnet.

Pityriasis simplex faciei aut corporis:

  • Definition: trockene Schuppung im Gesicht oder am genzen Körper.
  • Ätiologie: kommt vor allem bei der Anwendung von zu intensiv entfettenden Rinigungsmaßnahmen.
  • Epidemiologie: betroffen sind meistens Säuglinge und Kleinkinder evtl. mit atopischer Veranlagung, seltener ältere Kinder und Erwachsene.
  • Prädilektionsstellen: Wangen, distale Extremitäten.
  • Klinisches Bild: hellgraue oder weiße, etwa münzgroße, diskrete, chronisch dynamische, symptomlose Hautveränderungen mit rau-schuppiger Oberflächenbeschaffenheit; fein kleieförmig schuppende Haut ohne wesentliche entzündliche Rötung.
  • Subjektive Beschwerden: Juckreiz, Schuppung.

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Pityriasis simplex umfassen folgendes:

  • Umstellung der Reinigungsgewohnheiten.
  • möglichst wenig irritierende Waschmaßnahmen (Meiden von Seifen und Syndets) verwenden.
  • Reinigung des Gesichts mit einem hydrophilen Öl oder einer Ö/W-Emulsion.
  • pflegende Lokalmaßnahmen: milde Tagescreme.
  • bei ausgeprägten Formen: topische Therapie mit schwach wirksamen Glukokortikoiden (Klasse I bis II), z.B. Hydrocortison.
  • effektiver Sonnenschutz.

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Pityriasis simplex liegen derzeit keine Informationen vor.


Zusatzhinweise

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Zur Pityriasis simplex sind derzeit keine weiteren Zusatzhinweise verfügbar.


Literaturquellen

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  1. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer Verlag, Heidelberg, 5. Auflage
  2. (2002) Constantin E. Orfanos, Claus Garbe - Therapie der Hautkrankheiten - Springer Verlag, 2. Auflage
  3. (2009) Peter Fritsch - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  4. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer Verlag
  5. (2010) Rote Liste
  6. (2006) Axel Trautmann - Allergiediagnose, Allergietherapie - Georg Thieme Verlag
  7. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  8. (2002) Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles - Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin - Springer Verlag
  9. (2004) Peter Reuter - Springer Lexikon Medizin - Springer Verlag
  10. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
  11. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose -Springer Verlag
  12. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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