Physikalische Akne

Definition

Physikalische Akne

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Bei der physikalischen Akne handelt es sich um eine durch chronisch mechanische Irritation in Akneprädilektionsstellen ausgelöste Akneform.


Ätiologie

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Die physikalische Akne wird durch mechanische Reizung verursacht:

Physikalische Reize:

  • Acne aestivalis, Mallorca-Akne: Triggerfaktor: UV-Licht.
  • Röntgenakne: Manifestation nach Weichstrahltherapie von Basalzellkarzinomen.
  • Bestrahlungsakne: durch ionisierende Strahlen (z.B. bei malignen Tumoren) ausgelöst.

Mechanische Reize:

  • Acne mechanica: Provokation durch Reiben, Scheuern; Triggerfaktoren: eng anliegende Kleidung, Rucksack, Schutzkleidung, Ballettbodys, Stirnbänder etc.
  • Acne tropicalis: Provokation durch Hitze.

Epidemiologie

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  • Die physikalische Akne ist ein relativ häufig vorkommendes, weltweit verbreitendes Krankheitsbild.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der physikalischen Akne sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wann ist die Hauterkrankung erschienen? mechanische Reize? 
  • Beruf des Patienten? Hobbys? 
  • Beschwerden: Schmerzhaftigkeit? Brennen? 
  • Befall? Lokalisation? Verlauf? 
  • Frühere Hauterkrankungen?  
  • Bekannte Grunderkrankungen?
  • Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen? bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
  • Allergien? Unverträglichkeiten?
  • Medikamenteneinnahme! 
  • Bisherige therapeutische Maßnahmen? Mit welchem Erfolg?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der physikalischen Akne sind relevant:

  • Anamnese
  • Klinisches Bild
  • Klinische Symptomatik

Klinik

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Die physikalische Akne wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Prädilektionsstellen: am häufigsten sind die Hautareale betroffen, die bei einer Acne vulgaris befallen sind: Gesicht, Hals, Rücken, V-förmiger Brustausschnitt, Innenseiten der Oberarmen. 
  • Hautbefund: akneiforme Eryptionen.
  • Verlauf: Rückbildung nach Beseitigung der Auslöser.

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei physikalischer Akne umfassen folgendes:

Allgemeine Maßnahmen:

  • Meiden von den krankheitsunterhaltenden Faktoren.

Topische Behandlung:

  • Benzoylperoxid 5-10% als Waschsuspension oder -gel, 1-2 mal täglich auftragen.
  • topische Retinoide, z.B. Adapalen 0,1% als Creme oder Gel, Isoretinoin 0,5% als Gel, initial 1-mal täglich (abends) über 5-8 Tage, je nach Toleranz steigernd auf 2-mal täglich.
  • evtl. Erythromycin 2-4% als Gel oder Clindamycin 1% als Gel oder Lotion (bei lokalen Hautirritationen).

Systemische Behandlung (bei schweren Verläufen):

  • Antibiotika z.B.: Tetracyclin 2 x 250-500mg/d oral, Doxycyclin 2 x 50-100mg/d oral oder Erythromycin 2 x 250-500mg/d oral.
  • Isoretinoin (Vitamin A-Derivat) 0,3 - 0,5 mg/kg KG/d.

Komplikationen

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Als Komplikationen einer physikalischen Akne können auftreten:

  • bakterielle Superinfektion.
  • Narbenbildung.

Zusatzhinweise

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Zur physikalischen Akne liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  5. (2009) Peter Fritsch - Dermatologie und Venerologie fürdas Studium - Springer Verlag
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  11. (2006) Axel Trautmann - Allergiediagnose, Allergietherapie - Georg Thieme Verlag
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  14. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
  15. (2004) Klaus Degitz, Klaus Karl Degitz, Hanns-Jürgen Krauß, Hanns-Jürgen Krauß - Pathogenese, Klinik und Pharmakotherapie der Akne - Govi-Verlag Eschborn

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