Panikstörung

Synonyme: episodisch paroxysmale Angst

Definition

Panikstörung

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  • Plötzliche, unerwartete Panikanfälle

Ätiologie

Panikstörung

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Verhaltenstherapeutische Aspekte:

  • disponierende Faktoren: z.B. genetische Aspekte
  • Auslöser: z.B. belastende Ereignisse 
  • aufrechterhaltende Faktoren: z.B. vermeidendes Verhalten
  • Angstkreis: Zusammenhang körperlicher und psychischer Faktoren
  • Fehlinterpretation: betroffene Person sieht die Symptome der Angst als Gefahr an

Psychodynamische Theorien:

  • Angst tritt auf, wenn Konfliktlösung missglückt
  • bei Phobien: z.B. Projektion
  • Verlagerung einer Gefahrenquelle mit Ursprung in der Psyche z.B. auf eine Situation
  • wichtig: u.a.limbisches System, Raphekerne
  • GABA-System


Epidemiologie

Panikstörung

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  • Beginn: Alter zwischen 20 und 30 Jahre

Differentialdiagnosen

Panikstörung

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Anamnese

Panikstörung

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Plötzliche Angstanfälle? Panikattacken, die sich wiederholen? Kein Zusammenhang zu bestimmten Situationen? Unerwartete Panikattacken? Zusätzlich Agoraphobie? Tachykardie? Atemnot? Gefühl der Beklemmung? Angst vor dem Sterben? Schwindel bis zum Gefühl der Ohnmacht? Phobophobie?


Diagnostik

Panikstörung

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  • Handelt es sich um eine krankhafte Angst?
  • Liegt Angst oder vielleicht eine Depression vor?
  • Primäre Angstsymptome?
  • Angst aufgrund einer anderen Erkrankung?
  • klinische Diagnosestellung
  • Angstfragebögen: Fremdbeurteilung und Selbstbeurteilung

weitere Differenzialdiagnosen:

  • depressive Störungen
  • organische Störungen (wichtig: gründliche körperliche Untersuchung)
  • Zwänge
  • Drogenabhängigkeit
  • Persönlichkeitsstörungen

Klinik

Panikstörung

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  • Panikattacken, die sich wiederholen
  • kein Zusammenhang zu bestimmten Situationen
  • unerwartete Panikattacken
  • plötzliche Beschwerden -> bis zum Höhepunkt
  • typisch sind z.B.:
  • Tachykardie
  • Atemnot
  • Gefühl der Beklemmung
  • Angst vor dem Sterben
  • Schwindel bis zum Gefühl der Ohnmacht
  • Phobophobie

Therapie

Panikstörung

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  • Kombination nicht-pharmakologischer und pharmakologischer Therapien
  • Verhaltenstherapie, z.B. Exposition
  • kognitive Therapie
  • wichtig: ärztliches Gespräch, Zeit für Patienten
  • systematische Desensibilisierung
  • Reizüberflutung
  • Entspannung z.B. mit Hilfe progressiver Muskelrelaxation
  • Gruppentherapie

Pharmakologische Therapie bei Panikstörung:

  • SSRI: (bei Panikstörung) z.B. Citalopram: initial 1 x 10 mg p.o., nach einer Woche 1 x 20 mg, bis maximal 60mg/d steigern (je nach Ansprechen) [2]
  • SSNRI: (bei Depression) z.B. Venlafaxin: initial 2 x 37.5-75 mg p.o., Erhaltungsdosis: 150-375 mg [2]

Komplikationen

Panikstörung

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  • Alkohol- und Medikamentenabusus

Zusatzhinweise

Panikstörung

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  • In den meisten Fällen: zusätzlich Agoraphobie
  • Bei Panikpatienten können Panikattacken z.B. mittels Noradrenalin ausgelöst werden

Literaturquellen

Panikstörung

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  1. Möller HJ, Laux G, Deister A (2009) - Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie - Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 110-129)
  2. Ruß A (2008) - Arzneimittel pocket - Börm Bruckmeier Verlag, Grünwald (Seite 242, 245)
  3. Tölle R, Windgassen K (2009) - Psychiatrie - Springer Medizin Verlag, Heidelberg (Seite 85)
  4. Kasper S, Volz HP (2003) - Psychiatrie compact - Georg Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 134 f)
  • (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
  • (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
  • (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
  • (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
  • (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
  • (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer

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