Otitis media chronica mesotympanalis

Synonyme: Cholesteatom

Definition

Otitis media chronica mesotympanalis

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Otitis media chronica mesotympanalis ist eine chronische Schleimhauteiterung des Ohres mit zentralem Defekt in der Pars tensa des Trommelfells.


Ätiologie

Otitis media chronica mesotympanalis

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Die Ursachen einer Otitis media chronica mesotympanalis:

  • eine frühkindliche, anhaltende Tubenventilationsstörung mit Minderbelüftung des Mittelohr bildet meist die Grundlage einer chronischen Schleimhauteiterung
  • eine traumatische, sich nicht sponatan verschließende Trommelfellperforation kann ebenfalls die Ursache sein
  • Erreger: Pseudomonas aeruginosa (60-80%), Staphylococcus aureus (10-25%), Proteus (10-20%), Enterobacteriaceae

Epidemiologie

Otitis media chronica mesotympanalis

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Es sind derzeit keine epidemiologischen Angaben zur Otitis media chronica mesotympanalis bekannt.


Differentialdiagnosen

Otitis media chronica mesotympanalis

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Anamnese

Otitis media chronica mesotympanalis

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Wichtige Hinweise auf eine Otitis media chronica mesotympanalis sind:

  • Schallleitungsschwerhörigkeit?
  • schmerzarme Otorhö bei Infektionen der Nase/Nasennebenhöhlen oder nach Baden?
  • Sekret geruchlos? (fötides Sekret weist auf Gewebezerstörende Prozesse hin)
  • Schwindel?

Diagnostik

Otitis media chronica mesotympanalis

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Bei einer Otitis media chronica mesotympanalis ist diagnostisch relevant:

  • Ananmnese
  • Hörprüfung: in der Regel Schallleitungsschwerhörigkeit.

Otoskopie

  • zentraler Trommelfelldefekt bei erhaltenem Anulus fibrosus
  • Pars flaccida nicht beteiligt
  • Paukenhöhlenschleimhaut rot, feucht und verdickt bei aktiven Entzündungsprozessen
  • ansonsten trocken, blass und grau
  • evtl. Verkalkungen
  • evtl. Atrophien

Bemerkung:

Differentialdiagnose gegenüber chronischer epitympanaler Otitis media nicht immer möglich


Klinik

Otitis media chronica mesotympanalis

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Symptome der Otitis media chronica mesotympanalis können sein:

  • eine persistierende oder intermittierende geruchsneutrale Otorrhö mit Schwerhörigkeit ist typisch
  • wenig Schmerzen
  • Schwindelgefühl bei Eindringen von Wasser

Therapie

Otitis media chronica mesotympanalis

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Lokale Maßnahmen der Otitis media chronica mesotympanalis sind:

  • regelmäßige Gehörgangsreinigung, z.B. mit Wasserstoffsuperoxid (1%)
  • Trocknen des Gehörganges mit Wattetupfern
  • Schutz des Gehörganges vor Wasser: Verschluss mit gefetter Watte oder Ohrenstöpseln beim Baden und Duschen. Ansonsten Gehörgang offen halten!
  • bei eitrigen Schüben: Antibiotische Ohrentropfen nach Abstrich und Erregernachweis. Gelegentlich systemische Antibiotikagabe notwendig

Operation:

  • Nach einer trockenen Periode kann eine Myringoplastik durchgeführt werden.
  • Zur Verbesserung der Schallleitungsschwerhörigkeit gegebenenfalls Ossikuloplastik

Komplikationen

Otitis media chronica mesotympanalis

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Gelegentlich treten bei der Otitis media chronica mesotympanalis auf:

  • Paukenfibrose
  • Tympanosklerose
  • Schäden an Gehörknöchelchenkette.
  • cochleäre Schwerhörigkeit bei fehlender Behandlung
  • Otitis externa
  • Mastoiditis
  • Fazialisparese
  • endokranielle Komplikationen (z.B. Meningitis, endokranielle Abszesse, Sinusthrombose mit otogener Sepsis)

Zusatzhinweise

Otitis media chronica mesotympanalis

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Prognose der Otitis media chronica mesotympanalis:

  • bei Beseitigung der Ursache und guter Tympanoplastik ist die Prognose gut
  • ansonsten häufig Rezidive

Literaturquellen

Otitis media chronica mesotympanalis

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  1. (2008) Buchta M, Höper DW, Sönnichsen A - Das Hammerexamen: Repetitorium für den 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung - Urban & Fischer
  2. (2007) Viktor A, Linke S, Dahlmann C - Crashkurs Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde - Urban & Fischer

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