Osteoklastom

Synonyme: Riesenzelltumor, RZT

Definition

Osteoklastom

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Als Osteoklastom bezeichnet man einen lokal desktruktiv wachsenden Tumor des Knochens, der jedoch aufgrund seiner geringen Tendenz zur Metastasenbildung den semimalignen Tumoren zuzuordnen ist.


Ätiologie

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Zur Ätiologie des Osteoklastoms sind derzeit keine Daten vorhanden.


Epidemiologie

Osteoklastom

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Zur Epidemiologie des Osteoklastoms:

  • Das Osteoklastom macht 15 % aller benignen Knochentumoren aus
  • extrem selten im Gesichtsschädel
  • Vorkommen: zw. 20.-40. Lebensjahr
  • w > m
  • Risikogruppe: Menschen aus Südindien und China

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Osteoklastom

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Zu erhebenede anamnestische Informationen des Osteoklastom sind:

  • Frakturen ohne adäquates Trauma?
  • Schmerzen?
  • Schwellungen?
  • Sensibilitätsstörungen?
  • Funktionsstörungen?
  • Grunderkrankungen?
  • Lungenstatus?
  • Metastasierung?
  • Körperstatus (Handgelenke etc.)?

Diagnostik

Osteoklastom

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Zur diagnostischen Abklärung des Osteoklastoms sind relevant:

Röntgen:

  • lytische Knochenläsion im Bereich der Epiphyse
  • keine Randsklerose
  • Affektion der Kortikalis
  • in etwa 20% d.F. Durchbruch in umgebende Weichteile

CT:

  • genaue Feststellung der räumlichen Ausdehnung

MRT:

  • gute Darstellung der Weichteilaffektion

Biopsie:

  • vor allem zur Abgrenzung von primär malignen Tumoren

Klinik

Osteoklastom

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Folgende Symptome treten bei einem Osteoklastom auf:


Therapie

Osteoklastom

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Die therapeutischen Maßnahmen des Osteoklastoms umfassen:

chirurgisch:

  • Ausräumung des Tumors
  • Auffüllung mit Knochenzement (Vorteil: Temperatur tötet anliegende Tumorzellen + ein Rezidiv ist in Nachbarschaft des Zementes gut erkennbar)
  • nach 1 bis 2 Jahren der Rezidivfreiheit: Entfernung des Zementes und autologe Spongiosaplastik
  • falls erforderlich: Tumorendoprothetik

strahlentherapeutisch:

  • bei inoperablen Tumoren: Röntgenbestrahlung

Komplikationen

Osteoklastom

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Auftretende Komplikationen eines Osteoklastoms:

  • Rezidive  (etwa 25 % d.F.)
  • Metastasierung (>5% d.F.)
  • maligne Entartung (eher selten)

Zusatzhinweise

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  • Das Osteoklastom ist in 3/4 d. F. in der Epipyhse lokalisiert
  • Hauptbefallsorte: Femur (distal), Tibia (proximal), Radius (distal), Humerus (proximal)
  • histologisches Bild gekenntzeichnet von "Riesenzellen"
  • variabel in der Dignität (maligne, semimaligne und benigne Formen) 
  • neben dem Chondroblastom einziger Tumor mit primärem Befall der Epiphyse

Literaturquellen

Osteoklastom

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  1. (2005) Wülker N - Orthopädie und Unfallchirurgie - Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  2. (2007) Rössler H, Rüther W - Orthopädie und Unfallchirurgie - Elsevier, München, 19. Auflage
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  4. (2009) Niethard F, Pfeil J - Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  5. (2010) Wülker Nikolaus - Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  6. (2005) Rössler H, Rüther Wolfgang - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  7. (1998) Krämer J, Grifka J, Hedtmann A, Krämer R - Orthopädie - Springer
  8. (1996) Zippel H - Orthopädie systematisch - Uni Med. Verlag AG
  9. (1989) Weber U., Zilch H - Orthopädie mit Repetitorium - Gruyter
  10. (2002) N Schwenzer - Spezielle Chirurgie Band 2 - Thieme
  11. (2002) Reichart P.A., Zahnärztliche Chirurgie, Quintessenz Verlags-GmbH

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