Osteochondrom

Synonyme: kartilaginäre Exostose

Definition

Osteochondrom

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Als Osteochondrom bezeichnet man einen metaphysennah wachsenden, pilzförmigen Knochentumor mit aufliegender Knorpelkappe.


Ätiologie

Osteochondrom

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Ein Osteochondrom wächst gestielt vom nächstliegenden Gelenk weg.

  • am häufigsten an Humerus (proximal) und Femur (distal)
  • i.d.R. Ende des Wachstums bei Ende des Körperwachstums
  • Sonderform: Exostonskrankheit (hier liegen multiple kartilaginäre Exostosen vor)

Epidemiologie

Osteochondrom

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Das Osteochondrom macht 20% aller Knochentumoren aus.

es betrifft:

  • m>w
  • Häufigkeitsgipfel im 2. Lebensjahrzehnt

Differentialdiagnosen

Osteochondrom

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Anamnese

Osteochondrom

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Bei einem Osteochondrom ist zu erfragen, ob es zu Schwellungen ohne Schmerzen kam?


Diagnostik

Osteochondrom

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Zur diagnostischen Abklärung des Osteochondroms sind relevant:

klinische Untersuchung:

  • Palpation eines derben Tumors

Röntgen:

  • typische Pilzstruktur
  • große Formvielfalt

Szintigraphie:

  • vermehrte Speicherung deutet auf Malignität hin

CT:

  • Nachweis der typischen Verbindung zwischen Tumormarkraum und Markraum des ursprünglichen Knochens

Klinik

Osteochondrom

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Wichtigstes Symptom des Osteochondroms ist die Schwellung .

Die weitere Symptomatik ist abhängig von Störungen durch Anwesenheit des Tumors:

  • überschnappende Sehnen
  • Schmerzen in Folge heterotoper Bursabildung
  • Schmerzen in Folge von Schädigung von Nerven

Therapie

Osteochondrom

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Die therapeutischen Maßnahmen des Osteochondroms umfassen:

ohne maligne Entartung:

  • funktioneller Aspekt im Vordergrund - Resektion bei funktioneller Beeinträchtigung
  • Resektion bei Schmerzsymptomatik

bei maligner Entartung:

  • Resektion unter Berücksichtigung der erforderlichen onkologischen Radikalität

Komplikationen

Osteochondrom

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Bei einem Osteochondrom kommt es grunsätzlich sehr selten zur malignen Entartung.

Bei Exostosenkrankheit kann es jedoch in 2% d.F. Entartungen geben.


Zusatzhinweise

Osteochondrom

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Anzeichen für Entartung eines Osteochondroms sind:

  • vermehrte Speicherung in der Szintigraphie
  • schnelles Wachstum
  • kein Stopp des Wachstums nach Abschluss des Körperwachstums
  • Bei Diagnose im Erwachsenenalter: Dicke der Knorpelkappe > 1 cm

Literaturquellen

Osteochondrom

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[1]     Wülker N (2005) - Orthopädie und Unfallchirurgie - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

[2]     Rössler H, Rüther W (2007) - Orthopädie und Unfallchirurgie - Elsevier, München, 19. Auflage

[3]     Niethard, Pfeil (2005) - Orthopädie - Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage

[4]     Wirth C J, Mutschler W (2009) - Praxis der Orhtopädie und Unfallchirurgie - Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2. Auflage

  • (2009) Niethard F, Pfeil J - Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2010) Wülker Nikolaus - Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie - Thieme
  • (2005) Rössler H, Rüther Wolfgang - Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
  • (1998) Krämer J, Grifka J, Hedtmann A, Krämer R - Orthopädie - Springer
  • (1996) Zippel H - Orthopädie systematisch - Uni Med. Verlag AG
  • (1989) Weber U., Zilch H - Orthopädie mit Repetitorium - Gruyter

Assoziierte Krankheitsbilder zu Osteochondrom

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