Orthostatischer Tremor

Definition

Orthostatischer Tremor

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Der orthostatische Tremor ist ein hochfrequenter Tremor der Beine von 13 - 18 Hz mit subjektiver Standunsicherheit, es bestehen aber kein Schwierigkeiten im Stehen oder Liegen.


Ätiologie

Orthostatischer Tremor

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Die Ursachen des orthostatischen Tremors sind:

  • zentraler Tremor, vermutlich mit Oszillator im Hirnstamm [1]

Epidemiologie

Orthostatischer Tremor

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Genaue epidemiologische Daten zum orthostatischen Tremor sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Häufig Manifestation im mittleren Lebensalter
  • seltene Erkrankung
  • bei 20-50% liegen zusätzliche Bewegungsstörungen wie M.Parkinson oder Restless-Legs-Syndrom vor [1]

Differentialdiagnosen

Orthostatischer Tremor

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Anamnese

Orthostatischer Tremor

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Beim orthostatischen Tremor sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wie beginnt der Tremor?
  • Wann ist der Tremor vorhanden, wann nicht? Im Sitzen/Liegen besser?
  • Familäre Häufung von Tremorformen?
  • M. Parkinson in der Familie?
  • Seit wann?
  • Medikamentenanamese

Diagnostik

Orthostatischer Tremor

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Zur diagnostischen Abklärung des orthostatischen Tremors sind relevant:

  • Neurologische Anamnese und Status
  • Polygraphische Tremoranalyse: 14-18 Hz

evtl. zusätzlich:

  • MRT zur DD
  • 123I-FP-CIT SPECT : Ausschluss M. Parkinson
  • Labor zum Ausschluss andere Genesen: Leberwerte, Nierenwerte, TSH, T3, T4, Elektrolyte

Klinik

Orthostatischer Tremor

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Der orthostatische Tremor kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Tremor ist betont in den Beinen und beim Stehen, selten Gehen, Frequenz 14-18 Hz
  • Gefühl des Schwankens
  • Pat. fallen gelegentlich aus dem Stand hin

Therapie

Orthostatischer Tremor

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim orthostatischen Tremor umfassen folgendes [1]:

  • Gabapentin: 1200-2400 mg/d. Hierzu gibt es eine Studie, die die Wirksamkeit bezüglich Verbesserung der Lebensqualität und Reduzierung des Tremors nachweist [2]
  • evtl. Clonazepam: 1,5-6 mg/d
  • evtl. Primidon: 62,5-500 mg/d

L-Dopa ist nicht wirksam [1]


Komplikationen

Orthostatischer Tremor

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Informationen zu den Komplikationen des orthostatischen Tremors liegen zur Zeit nicht vor.


Zusatzhinweise

Orthostatischer Tremor

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Zum orthostatischen Tremor liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2010) AWMF–Leitlinie – Tremor - Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie - AWMF-Leitlinienregister 033/011
  2. (2006) Rodrigues JP, Edwards DJ, Walters SE, et al. - Blinded placebo crossover study of gabapentin in primary orthostatic tremor. - Mov Disord
    21(7):900-905
  3. Andreas Hufschmidt, Carl Hermann Lücking, Sebastian Rauer (2009) – Neurologie compact – Georg Thieme Verlag - Stuttgart, New York
  4. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  5. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  6. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  7. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  8. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  9. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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