Omenn-Syndrom

Definition

Omenn-Syndrom

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Das Omenn - Syndrom ist eine kombinierte Störung der T-, B- und NK-Zell-Immunantwort, die zu einer inadäquaten Reaktion des Organismus bei Einwirkung immunogener Reize führt.


Ätiologie

Omenn-Syndrom

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  • Das Omenn - Syndrom ist eine Sonderform des SCID = severe combined immune deficiency = schwere kombinierte Immunschwäche
  • Einteilung nach Präsenz (+) oder Fehlen (-) von T-/B- und NK-Zellen:
    • B-Lymphozyten fehlen weitgehend
    • T-Lymphozyten fehlen weitgehend
    • NK-Zellen vorhanden aber funktionsgestört
  • gehört zur Gruppe der T-B-NK+ SCID (Zelldefekt) mit zusätzlich:
    • stark erhöhtem IgE
    • eosinophiler Lymphadenopathie
    • generalisierten Ödemen

Ätiologie und Pathophysiologie:

  • RAG1-/RAG2-Mangel: 10-20% aller SCID, Mutation im Gen der Rekombinasen RAG 1 + 2 → fehlender Rekombination des T- und B-Zellrezeptors (viel zu wenig verschiedene Immunglobuline werden gebildet)
  • Artemis-Defekte = defektes RNA-Reparaturprotein:
    1. Apachen/Navajo-SCID=SCIDA: bei 1/2.000 Lebengeborenen von 2 Indianerstämmen Nordamerikas; autosomal-rezessiver Erbgang
    2. RS-SCID: radiosensitiver SCID

Epidemiologie

Omenn-Syndrom

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  • einzelne Erkrankungen sind selten
  • genaue epidemiologische Angaben zum Omenn - Syndrom liegen nicht vor
  • Gesamtprävalenz aller SCID: 1/50.000-100.000 Neugeborene
  • Manifestationsalter von B-Zelldefekten: 5.-7. Lebensmonat nach Abbau der mütterlichen Antikörper (Verlust des "Nestschutzes")
  • Manifestationsalter von T-Zelldefekten: in den ersten 6 Lebensmonaten

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Omenn - Syndrom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • gehäufte bakterielle/virale Infekte?
  • schwerer Verlauf auch einfacher Infekte?
  • Hauterscheinungen?
  • Durchfälle?
  • bekannte chronische Vorerkrankungen?
  • bekannte Autoimmunerkrankungen?
  • medikamentöse Immunsuppression?
  • Familienanamnese

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Omenn - Syndroms  sind relevant:

  • internistische Untersuchung: kardiopulmonale Untersuchung, Lymphknotenpalpation
  • Labor:

    • Differentialblutbild
    • Blutausstrich
    • Virusserologie
    • Auto-Ak-Suche
    • Direkte Erregerdiagnostik aus Sputum, Stuhl, Urin, Rachenabstrich  → Serologie wegen Immundefekt trotz Infektion oft negativ!
    • Knochenmarkpunktion
    • immunologisches Screening:

      • B-Zellsystem: Elektrophorese, Immunglobuline und IgG-Subklassen, Impfantikörper: Diphtherie, Tetanus, Masern, Polio, Pneumokokken, Hämophilus
      • T-Zellsystem: CD4, CD8, aktivierte T-Zellen, doppelt negative T- und NK-Zellen, Mitogenstimulation
      • Phagozyten: O2-Radikalbildung
      • Komplement: C3, CH50, AP50
    • molekulargenetische Untersuchung

Klinik

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B-Zelldefekt mit Antikörpermangel:

  • rezidivierende purulente Infektionen:
    • Mastoiditis
    • chronische Otorrhoe
    • Hirnabszess
  • chronische gastroinstestinale Infektionen (v.a. bakteriell):
  • Impfpolio!
  • Autoimmunerkrankungen:
  • vermehrtes Auftreten maligne Lymphome

T- und NK-Zelldefekte:

  • morbiliformes Exanthem durch mütterliche T-Zellen oder Blutprodukte
  • chronische, therapieresistente Diarrhoe
  • Thymus-/Lymphknotenhypoplasie
  • Hepatosplenomegalie
  • Infektionen mit intrazellulären Erregern:
    • Mykobakterien
    • Viren (EBV,CMV, VZW, Noro-/Rota-/Adenoviren)
    • Mykosen

Besonderheiten des Omenn-Syndroms:

  • stark erhöhtes IgE
  • eosinophile Lymphadenopathie
  • generalisierte Ödeme

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Omenn - Syndrom umfassen:

Kausale Therapie:

  • Knochenmarks- oder Stammzelltransplantation
  • evtl. Gentherapie

Symptomatische Therapie:

  • Zytokinsubstitution bei IL-2-Mangel
  • Infektionsprophylaxe:
    • Hygienemaßnahmen
    • Pneumocystis-Pneumonieprophylaxe mit Cotrimoxazol
    • frühzeitige und intensive antimikrobielle Therapie
    • i.v.-Immunglobuline: 300-400 mg/kg KG
    • bei Transfusionsbedarf: nur leukozytendepletierte und bestrahlte EKs
    • nur Totimpfungen vornehmen!

Komplikationen

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Beim Omenn - Syndrom kommen folgende Komplikationen vor:

  • schwere rezidivierende Infektionen
  • Sepsis
  • Tod durch Organversagen

Zusatzhinweise

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Zum Omenn - Syndrom liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Herold G (2006) - Innere Medizin - Gerd Herold und Mitarbeiter, Köln

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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