Ohrmuschelerysipel

Synonyme: Gesichtsrose, Wundrose, Erysipelas

Definition

Ohrmuschelerysipel

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Ein Ohrmuschelerysipel ist eine akute Streptokokkeninfektion der papillären Dermis im Bereich der Ohrmuschel und ihrer Umgebung.


Ätiologie

Ohrmuschelerysipel

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Ursache des Ohrmuschelerysipels ist eine Infektion von meist kleinen Verletzungen der Ohrmuschel.


Epidemiologie

Ohrmuschelerysipel

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Das Ohrmuschelerysipel kommt in allen Altersklassen vor


Differentialdiagnosen

Ohrmuschelerysipel

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Anamnese

Ohrmuschelerysipel

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Beim Ohrmuschelerysipel ist wichtig zu wissen:

  • "heiße" Ohrmuschel?
  • schnelle Ausbreitung?
  • Schmerzen?
  • Fieber?
  • Schlappheit?

Diagnostik

Ohrmuschelerysipel

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Diagnostische Relevanz beim Ohrmuschelerysipel hat:

  • Anamnese

Inspektion:

  • scharf begrenzte Rötung
  • Schwellung 
  • oft flammen- oder zungenartiger Rand.
  • Evtl. Bläschen
  • Ohrläppchen und umgebende Hautareale sind mit einbezogen (DD Perichondritis)

weitere Untersuchungen:

  • Palpation: Regionale Lymphknoten oft mitbetroffen
  • Otoskopie mit Trommelfellbefund um eventuelle Mittelohrbeteiligung zu beurteilen
  • bei unsicherer Diagnose Entzündungszeichen im Blut (BSG erhöht, Leukozytose; fehlt bei Dermatitis)
  • Wenn möglich Erregernachweis und Resistenzbestimmung

Klinik

Ohrmuschelerysipel

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Klinisch äußert sich ein Ohrmuschelerysipel durch:

  • kurze Inkubationszeit
  • rasche Ausbreitung
  • bei Streptokokken A Gefahr systemischer Komplikationen
  • unter Antibiose in der Regel rasche Ausheilung
  • schwere Verläufe:
  1. hämorrhagisches Erysipel
  2. bullöses E.
  3. nekrotisierendes E.

Therapie

Ohrmuschelerysipel

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Therapeutische Möglichkeiten des Ohrmuschelerysipels sind:

  • Nichtsteroidale Antiphlogistika
  • ggf. Gehörgangsreinigung

Antibiose: z.B.

  • i.v. Penicillin G 3 x 5-10 Mio. IE/Tag
    (1 Mio. IE = 0.6 g )

bei Verdacht auf Staphyllokokkenbeteiligung:

  • Penicillin+Beta-Laktamaseinhibitor

Bei Penicillinallergie:


Komplikationen

Ohrmuschelerysipel

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Mögliche Komplikationen eines Ohrmuschelerysipels sind:

Generell:

bei Steptokokken Gruppe A sind möglich:

  • Endocarditis
  • Glomerulonephritis
  • rheumatisches Fieber

Zusatzhinweise

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Es liegen derzeit keine weiteren Hinweise zum Ohrmuschelerysipel vor.


Literaturquellen

Ohrmuschelerysipel

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  1. Probst/Grevers/Iro: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  2. Naumann/Helms/Herberhold (Hrsg.): Oto-Rhino-Laryngologie in Klinik und Praxis. Georg Thieme Verlag. Stuttgart, New York
  3. Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Infektionlogie (ADI) gültig bis 4.2010, nachzulesen auf http://www.uni-duesseldorf.de/awmf/index.html
  4. Böcker/Denk/Heitz/Moch (Hrsg.): Pathologie. 4. Auflage. Urban & Fischer. München, Jena
  • (2008) Zener H - Praktische Therapie von HNO Krankheiten, Operationsprinzipien, konservative Therapie, Chemo- und Radiochemotherapie, Arzneimittel- und physikalische Therapie,Rehabilitation - Schattauer Verlag
  • (2007) Boenninghaus H, Lenarz T - Hals-Nasen-Ohren Heilkinde - Springer Verlag
  • (2003) Werner, Lippert - HNO-Heilkunde, Farbatlas zur Befunderhebung, Differenzialdiagnostik und Therapie - Schattauer
  • (2001) Westhofen M - Hals-Nasen-Ohrenheilkunde systematisch - UNI-MED Verlag AG
  • (1990) Ganz Herausgegeben - Lehrbuch Hals-Nasen-Ohren Heilkunde - Walter De Gruyter

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