Untergeordnete Krankheitsbilder

 

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Guillain-Barré-Syndrom

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine akute postinfektiöse Polyneuritis mit multifokaler Demyelinisierung peripherer Nerven. Es gibt folgende Varianten des Guillain-Barré-Syndroms: Akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (Acute inflammatory demyelinating polyneuropathy - AIDP): die häufigste Form in Nordmerika und Europa mit 85 bis 90% Akute motorische axonale Neuropathie (Acute motor axonal neuropathy - AMAN): eine rein motorische Form des GBS. Vorkommen v.a. in Entwicklungsländern mit saisonaler Häufigkeit und Assoziation mit Campylobacter jejuni-Infektion Akute sensomotorische axonale Neuropathie (Acute motor-sensory axonal neuropathy - AMSAN) ähnelt der AMAN mit mehr sensorischen Symptomen. Miller Fisher Syndrom: Ophthalmoplegie, Ataxie und  Muskelschwäche mit Areflexie Polyneuritis cranialis: akute bilaterale multiple Hirnnervenbeteiligung und schwere periphere sensorische Störungen. Assoziiert mit vorangegangener Infektion mit Zytomegalievirus [2]. Andere seltenere Varianten umfassen folgende Symptomatik: Pharyngeal-zervikal-brachial: Parese der Arme und Schluckstörungen [11] Paraparese, mit alleiniger Beteiligung der Beine [10] Akute Pandysautonomie mit Diarrhoe, Erbrechen, Abdominalschmerzen, Ileus, orthostatischer Hypotension, Pupillenanomalien, Urinretention, Brady- und Tachykardie, Anhidrose [14] rein sensorisches GBS mit Ataxie und herabgesetztem Reflexstatus und kaum motorischen Symptomen → Zum Krankheitsbild Guillain-Barré-Syndrom

Multifokale, motorische Neuropathie

Die multifokale, motorische Neuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven mit progressiven, asymmetrischen Paresen v.a. an den distalen oberen Extremitäten. Eine leichte sensible Beeinträchtigung kann ebenfalls vorkommen. → Zum Krankheitsbild Multifokale, motorische Neuropathie

Miller-Fisher-Syndrom

Das Miller-Fisher-Syndrom ist eine Sonderform des Guillain-Barré-Syndroms, eine akute, entzündliche, meist demyelinisierende Polyradikuloneuritis, die vornehmlich das Gesicht und die Augenmuskeln betrifft.  Das Miller-Fisher-Syndrom imponiert durch die typische Trias Ophthalmoplegie, Ataxie und Areflexie. → Zum Krankheitsbild Miller-Fisher-Syndrom

Vegetative Neuropathie

Die vegetativen Neuropathie ist eine Degeneration peripherer vegetativer Nerven mit Funktionsstörung vegetativ innervierter Organe. → Zum Krankheitsbild Vegetative Neuropathie

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie

Die chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie ist eine erworbene Neuropathie mit progressivem oder relapsierend-remittierendem Verlauf, assoziiert mit einer allmählichen Demyelinisierung von spinalen Wurzeln und peripheren Nerven. Es wird kontrovers diskutiert, ob es sich um eine Krankheit oder ein Syndrom verschiedenen Ursachen handelt. Es gibt folgende Varianten: Lewis-Sumner-Syndrome: auch multifocal acquired demyelinating sensory and motor neuropathy (MADSAM) genannt, präsentiert sich multifokal wie andere Formen der Mononeuropatie multiplex, mit sensorischen und/oder motorischen Symptomen [3] Sensory-predominant CIDP: Balanceprobleme, Schmerzen, Parästhesien und Dysästhesien. Trotz fehlender Paresen zeigt sich eine Verlangsamung in der NLG [4] Distal acquired demyelinating sensory neuropathy (DADS); ist meist langsamer progressiv als die typische CIDP und häufig mit IgM-Paraprotein assoziiert [5] CIDP mit ZNS-Beteiligung: mit Beeinträchtigung des N. opticus, Hyperreflexie, positivem Babinski-Zeichen und MRT-Zeichen der Demyelinisierung des ZNS. Allerdings ist nicht klar, ob es sich hierbei um assoziierte Symptome oder zufällige zweite Erkrankungen handelt [6] → Zum Krankheitsbild Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie