Neurofibrom
Synonyme: neurofibroma
Definition
Neurofibrom
Das Neurofibrom ist ein gut abgegrenzter benigner Tumor, der aus Schwann-Zellen, Fibroblasten sowie aus gemischt kollagenhaltigem und myxoidem Stroma besteht.
Neurofibrom
Ätiologie
Neurofibrom
Ursachen des Neurofibroms:
Die Ätiologie des Neurofibroms gilt bis heute als nicht eindeutig geklärt:
- seinen Ursprung nimmt es aus perineuralen Fibroblasten
- Morbus von Recklinghausen
- Neurofibromatose
Neurofibrom Epidemiologie zu:
Neurofibrom
Epidemiologie
Neurofibrom
Zum Vorkommen des Neurofibroms:
- Das Neurofibrom stellt einen der häufigsten neuronalen Tumoren dar.
- Er kommt entweder solitär oder multipel, im Rahmen einer Neurofibromatose vor.
- Die solitären Neurofibrome treten bevorzugt im Erwachsenenalter auf.
- Die multiplen Tumoren kommen gehäuft im Kindesalter vor.
- Frauen und Männer sind von der Erkrankung etwa gleich häufig betroffen.
Neurofibrom Differentialdiagnosen zu:
Neurofibrom
Differentialdiagnosen
Neurofibrom
Keine Differentialdiagnosen bekannt
Neurofibrom Anamnese zu:
Neurofibrom
Anamnese
Neurofibrom
Beim Neurofibrom sind folgende Informationen von Bedeutung:
- Wann ist die Hautveränderung erschienen?
- Schmerzen?
- Neurologische Ausfälle?
- Subjektive Beschwerden?
- Solitäres oder multiples Vorkommen?
- Befall? Lokalisation? Verlauf?
- Bekannte Hauterkrankungen?
- Bekannte Grunderkrankungen?
- Gehäuftes Auftreten bei Angehörigen?
- Andere bekannte Grunderkrankungen in der Familie?
- Medikamenteneinnahme?
- Funktionell oder kosmetisch störender Tumor?
Neurofibrom Diagnostik zu:
Neurofibrom
Diagnostik
Neurofibrom
Zur diagnostischen Abklärung des Neurofibroms sind relevant:
- Anamnese
- Klinisches Bild
- Histopathologie: Ansammlung von Schwannschen Zellen, Nervenfasern, Fibroblasten, Makrophagen, Mastzellen, kollagenen und elastischen Fasern.
- Histologisch erkennt man folgende Varianten: diffuses Neurofibrom: Dermis, Subkutis sowie tiefere Strukturen sind durch neurofibromatöses Gewebe ersetzt; plexiformes Neurofibrom: eingekapselter, meist tief dermal oder subkutan gelegener Tumor; myxoides Neurofibrom: exzessiv myxoid; sklerosierendes oder kollagenöses Neurofibrom: der Tumor ist stark fibrosiert bis sklerosiert; ancientes (bizarres) Neurofibrom: besteht aus bizarren Riesenzellen; epitheloides Neurofibrom: zeigt epitheloide Zellen; Granularzellneurofibrom: typisch sind seine zytoplasmatische Granula [1].
- Immunhistochemie: 30–50% der Zellen eines Neurofibroms sind Schwann-Zellen (positiv für S100-Protein).
Neurofibrom Klinik zu:
Neurofibrom
Klinik
Neurofibrom
Das Neurofibrom wird durch folgende klinische Merkmale gekennzeichnet:
- Effloreszenzen: meist gut abgrenzbare, erbsgroße bis monströse, hautfarbene bis bläuliche, breit oder gestielt aufsitzende, weiche Tumoren.
- typisch für das Neurofibrom ist das Klingelknopfphänomen: der Tumor lässt sich wie eine Hernie mit einem Finger wieder zurückschieben. Manchmal bilden sich lappenartige Falten, die als Dermatochalasis erscheinen und wammenartig herabhängen.
- Neurofibrome an den Brustwarzen sind ein typisches klinisches Zeichen für eine Neurofibromatose Typ 1.
Man unterscheidet folgende Neurofibrom-Formen:
- solitäres Neurofibrom: tritt meist bei Erwachsenen auf; zeigt oft keine Assoziation mit einer Neurofibromatose.
- diffuses Neurofibrom: kommt bevorzugt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor; Prädilektionsstellen: Stamm, Kopf-Hals-Bereich. Man erkennt weiche, hautfarbene bis bläuliche Hautveränderungen, die manchmal auch schwer abgrenzbar sind und tiefere Strukturen befallen können.
- plexiformes Neurofibrom: eingekapselter, meist tief dermal oder subkutan gelegener Tumor, der bevorzugt bei Kindern und Jugendlichen meist im Rahmen einer Neurofibromatose (Typ I, Morbus Recklinghausen) vorkommt; Prädilektionsstellen: Kopf-Hals-Bereich; Es besteht ein geringes Risiko für Entartung, die sich oft durch Schmerzen ankündigt.
- pigmentiertes Neurofibrom: Man vermutet, dass es sich um einen pigmentarmen, kongenitalen, blauen Naevus handelt.
Neurofibrom Therapie zu:
Neurofibrom
Therapie
Neurofibrom
Die therapeutischen Möglichkeiten bei Neurofibrom umfassen folgendes:
- Eine Therapie ist in der Regel nicht erforderlich.
- Auffällige Neurofibrome sollten exzidiert werden.
- Weitere Maßnahmen: bei Assoziation mit einer Neurofibromatose: regelmäßige neurologische, ophthalmologische und HNO-Untersuchungen; evtl. genetische Beratung.
- Operative Entfernung des Neurofibrom bei Lokalisation im Kanal des Nervus opticus
Neurofibrom Komplikationen zu:
Neurofibrom
Komplikationen
Neurofibrom
Beim Neurofibrom können folgende Komplikationen vorkommen:
- Irritationen
- bakterielle Superinfektionen
- Elephantiasis
- Schädigung des Sehnerven durch Druck
- (sehr geringes) Entartungsrisiko
Neurofibrom Zusatzhinweise zu:
Neurofibrom
Zusatzhinweise
Neurofibrom
Zum Neurofibrom liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.
Neurofibrom Literaturquellen zu:
Neurofibrom
Literaturquellen
Neurofibrom
- (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg, 5. Auflage
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- (2005) Peter Altmeyer - Therapielexikon Dermatologie und Allergologie - Springer Verlag, 2. Auflage
- (2002) Peter Altmeyer, Martina Bacharach-Buhles - Springer Enzyklopädie Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin - Springer Verlag
- (2005) Peter Altmeyer, Klaus Hoffmann - Basiswissen Dermatologie: Eine vorlesungsbegleitende Darstellung - W3l GmbH Verlag
- (2008) Martin Breitenseher, Martin Dominikus, Gabriele Amann - Bildgebende Diagnostik und Therapie der Weichteiltumoren: Mit pathologischer Klassifikation, Nuklearmedizin, interventioneller Therapie - Georg Thieme Verlag
- (2001) Robert C. Curran, J. Crocker - Atlas der Histopathologie - Springer Verlag, 5. Auflage
- (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
- (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer Verlag
- (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer Verlag
- (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe
- (2003) Sachsenweger, M - Duale Reihe Augenheilkunde - Thieme Verlag, Stuttgart
- (2004) Lang, GK - Augenheilkunde - Thieme Verlag, Stuttgart
- (2006)Grehn, F - Augenheilkunde - Springer Medizin Verlag, Heidelberg
- (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer
- (2009) Dahlmann C - Crashkurs Augenheilkunde - Urban & Fischer, Elsevier
- (2008) Schmidt D - Tipps und Tricks für den Augenarzt, Problemlösungen von A – Z - Springer Verlag
- (2008) Lang, G.K - Augenheilkunde - Thieme Verlag
- (2008) Kanski J - Klinische Ophthalmologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer, Elsevier
- (2008) Grehn F - Augenheilkunde - Springer Verlag, Berlin
- (2003) Sachsenweger M - Augenheilkunde - Thieme
- (2001) Augustin A - Augenheilkunde - Springer
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