Neuroendokrine Tumoren des Magens

Synonyme: ECLom, ECLzell-karzinoid

Definition

Neuroendokrine Tumoren des Magens

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Neuroendokrine Tumoren des Magens besitzen die Charakteristika der ECL Zellen, die an der Salzsäureregulation des Magens beteiligt sind. Seltener sind Somatostatin, Serotonin oder Gastrin produzierende Zellen.

Synonyme: ECLom, ECLzell-karzinoid


Ätiologie

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Die Ursachen der neuroendokrinen Tumoren des Magens sind:

  • Starker Zusammenhang mit Autoimmungastritis vom Typ A (multiple Autoantikörper gegen Parietelzellen, Protonenpumpen und Intrinsic Factor) -> Atrophie des Drüsenkörpers -> Hypo-/ Achlorhydrie führt zu Hypergastrinämie. Nach Jahren Bildung von MikroECLomen.
  • Bei 4-6 % dieser Patienten entwickeln sich autonome ECL-Karzinoide.
  • Selten treten Karzinoide des Magens beim Zollinger-Ellison Syndrom auf.
  • Bei 75% der ECLome findet sich ein Verlust der Heterozygotie im MEN-I Gen.

Epidemiologie

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Inzidenz neuroendokriner Tumoren des Magens: 0,1 : 100.000 Einwohner (möglicherweise unterdiagnostiziert)


Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Bei neuroendokrinen Tumoren des Magens kommt es zu folgenden unspezifischen Symptomen:

  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Erbrechen und Durchfall
  • Bauchschmerzen

Diagnostik

Neuroendokrine Tumoren des Magens

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Zur diagnostischen Abklärung neuroendokriner Tumoren des Magens sind relevant:

  • Meist Zufallsbefund in der Endoskopie
  • Endosonographische Bestimmung der submukösen Ausdehnung
  • Gezielte Biopsieentnahme submuköser Tumoren

Klinik

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Neuroendokrine Tumoren des Magens können sich wie folgt präsentieren:

  • Unspezifische Symptomatik mit dyspeptischen Zeichen. ("Fehlverdauung")
  • Histaminflush extrem selten

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei neuroendokrinen Tumoren des Magens umfassen, je nach Größe, Anzahl und vorliegender Risikokonstellation des Tumors:

  • Sporadisch auftretende Magankarzinoide (hohe Malignitätsrate): Chirurgische Resektion mit Lymphknotenresektion
  • Mit TypA Gastritis oder MEN-I Verlust assoziierte Magenkarzinoide: Bis 1cm Größe endoskopische Entfernung, größere chirurgisch.

Komplikationen

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  • Unzureichende Bildung des Intrinisc Factors führt bei neuroendokrinen Tumoren des Magens zu Vitamin B12 Mangel und konsekutiv zu einer perniziösen Anämie.

Zusatzhinweise

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Neuroendokrine Tumoren des Magens haben ein 5-Jahres Überleben von ca. bei 80-90 % (ohne Metastasen) bzw. bei 40-50 % (mit Metastasen).


Literaturquellen

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1. Gerok, Huber - Die Innere Medizin (11. Auflage) - Schattauer,  Stuttgart

2. Duale Reihe Innere Medizin (2009) - Thieme, Stuttgart

3. Dörner K. - Klinische Chemie und Hämatologie (2006) - Thieme, Stuttgart

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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