Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Synonyme: Duodenaler Karzinoid Tumor, Duodenaler NET
Definition
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Neuroendokrine Tumore entspringen von enterchromaffinen Zellen, die dem APUC-Zellsystem angehören.
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Ätiologie
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- entstehen aus APUD-Hyperplasie
- Metastasenbildung in Lymphknoten, Lunge und Leber
- Produktion von: Serotonin, Substanz P, Enteroglukagon, Bradykinin, Kallikrein, Dopamin, Noradrenalin, Prostaglandinen.
- Symptome erst bei ausgedehnter Lebermetastasierung
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Epidemiologie zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Epidemiologie
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Neuroendokrine Tumore stellen 1,5% der malignen Tumore im gastrointestinal Trakt dar.
- Häufigkeitsgipfel zwischen 38 und 68 Jahren.
- Inzidenz des Dünndarmkarzinoids beträgt: 1 pro 100.000
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Differentialdiagnosen zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Differentialdiagnosen
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Hyperthyreose
- Hodgkin-Lymphom
- Gastrinom
- Phäochromozytom
- Sekundäre Hypertonie
- Essentielle Hypertonie
- Non-Hodgkin-Lymphome
- Seltenere Formen der Hyperthyreose
- Neuroendokrine Tumoren des Pankreas
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Anamnese zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Anamnese
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Solange keine Metastasen gebildet wurden, ist der Tumor asymptomatisch aufgrund der Inaktivierung von von Serotonin in der Leber.
- 30% der NET werden symptomatisch:
Symptomatik besonders bei Lebermetastasen:
- Bauchkrämpfe?
- Erbrechen?
- Durchfall?
- Rötung der Haut?
- Schweißausbrüche?
- Asthmaanfälle?
- Hoher Puls?
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Diagnostik zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Diagnostik
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Klinische Symptomatik
- Familienanamnese
- Nachweis: Bestimmung der 5-Hydroxyindolessigsäure (= Abbauprodukt des Serotonins im 24h Urin)
- Störung des Nachweises durch Antihistaminika, Käse, Bananen, etc.
- Nach positivem Urinbefund → Tumorsuche: schwer endoskopisch oder radiologisch darstellbar. Lebermetastasen im Ultraschall feststellbar.
- Bestätigung durch Feinnadelbiopsie oder Octreotid-Szintigraphie.
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Klinik zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Klinik
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Der Primärtumor Im Duodenum und prox. Jejunum sind verhältnismäßig klein.
- Im Gegensatz dazu zeigen die regionalen und lymphatischen Metastasen platzbeanscpruchend.
- 1/4 aller gastrointestinalen neuroendokriner Tumore befinden sich im Dünndarm.
Karzinoid Syndrom (Cassidy-Scholte Syndrom):
nur in 5-7 % der Fälle, vier Hauptsymptome:
1) Flush
2) Explosionsartige Durchfälle
3) Asthmoide Anfälle
4) Kardiovaskuläre Auffälligkeiten z.B. paroxysmale Tachykardien
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Therapie zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Therapie
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Therapie von neuroendokrinenen Tumoren des Duodenums und des prox. Jejunums:
- Primär: Resektion/ ggf. Somatostatin Injektion (2mg/kg KG) bei Hormonausschüttung während der Narkose
- Sekundär: Gabe von Somatostatin Analoga z.B. subkutan Sandostatin 3 x tägl. oder i.m Sandostation LAR, Monatsdepot. Hemmt Hormonsekretion -> Verschwinden der Symptomatik u. z.T. Stillstand des Tumorwachstums.
- Flush behandelbar mit Dibenzyran (10-30mg/d), oder Presinol (1-2g/d)
- Chemotherapie und Interferongabe bisher nicht überzeugend.
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Komplikationen zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Komplikationen
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- Mesenterische Ischämie
- Karzinoid-Endokarditis
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Zusatzhinweise zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Zusatzhinweise
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Prognose:
- Bei nicht resezierbarem Befund: ungünstig.
- 5 Jahres-Überlebensrate ca. 30 - 40 %
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums Literaturquellen zu:
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
Literaturquellen
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
- (2007) Henne-Bruns D, Düring M, Kremer B - Chirurgie - Thieme, Stuttgart, Duale Reihe
- (2010) Müller M - Chirurgie für Studium und Praxis - 2010/11,10. Aufl. - Medizinische Verlags- und Informationsdienste
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- (2008) Berchtold R, Ackermann R, Bartels M, Bartsch D.K - Berchtold Chirurgie - Elsevier, München
- (2007) Siewert R - Basiswissen Chirurgie - Springer Verlag, Berlin
- (2007) Kloeters O, Müller M - Crashkurs Chirurgie - Urban & Fischer, Elsevier
- (2006) Siewert J. R - Chirurgie - Springer, Berlin
- (1999) Koslowski L, Bushe K, Junginger T, Schwemmle K - Die Chirurgie - Schattauer, F.K. Verlag
Neuroendokrine Tumoren des Duodenums und des proximalen Jejunums
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