Neuritis vestibularis

Synonyme: Neuritis vestibularis, akuter Labyrinthausfall, Schwindel, Vertigo

Definition

Neuritis vestibularis

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Die Neuritis vestibularis ist ein akut oder subakut einsetzender, peripher bedingter Schwindel mit der Symptomatik des einseitigen Labyrinthausfalls.


Ätiologie

Neuritis vestibularis

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Die Ursachen der Neuritis vestibularis sind:

  • man vermutet bei diesem Krankheistbild eine entzündliche Genese
  • die Hypothese einer Durchblutungsstörung in der A. vestibularis ist nicht gut fundiert

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten sind zur Neuritis vestibularis zur Zeit nicht verfügbar.

  • Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Neuritis vestibularis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Drehschwindel?
  • Fallneigung?
  • starke Übelkeit und Brechreiz?
  • sonstige Symptome?
  • Vorerkrankungen?
  • Medikamenteneinnahme?
  • Erkältungen in letzter Zeit gehabt?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Neuritis vestibularis sind relevant:

  • das betroffene Labyrinth ist kalorisch unter- oder unerregbar
  • es gibt keine kochleären Reiz- oder Ausfallsymptome

Klinik

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Die Neuritis vestibularis kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • schwerer Drehschwindel, begleitet von Fallneigung und Brechreiz
  • lebhafter, horizontaler Spontannystagmus zum gesunden Ohr, Rumpfataxie mit Fallneigung zur betroffenen Seite, aber keine Zeigeataxie

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Neuritis vestibularis umfassen folgendes:

  • Behandlung mit Methylprednisolon in einer initialen Dosis von 80 -100 mg i.v. über 5-7 Tage, danach ausschleichend
  • symptomatisch führen während der ersten 3- 5 Tage Medikamente gegen Schwindel eine Besserung der Beschwerden herbei, allerdings wirken sie stark sedierend
  • empfohlen wird z.B.

Dimenhydrinat z.B. Vomex A 50mg als Zäpfchen alle 6 h oder eine Ampulle a 65 mg langsam i.v. ( Cave: Müdigkeit, orthostatische Regulationsstörung)

Suliprid z. B. Dogmatil, Suppositorien a 50 mg alle 6 h oder mehrmals 100 mg i.m (gleiche unerwünschte Nebenwirkungen wie Vomex A )

  • vom 3. Tag an wird eine Übungsbehandlung zur Verbesserung der zentralen Kompensation empfohlen, Vorraussetzung ist, das sich die Übelkeit zurückgebildet hat
  • man beginnt mit kontrollierten Augenbewegungen, beispielsweise willkürlichen Sakkaden und exzentrischer Fixation in liegender und sitzender Position
  • ferner werden Folgebewegungen auf einen bewegten Gegenstand geübt, ebenso Kopfdrehungen bei Fixation des Blicks auf ein Objekt in 1 m Entfernung
  • dann soll der Patient die Übungen zu einem Gleichgewichtstraining steigern: Sitzen, Stehen und Gehen
  • vom Ende der 1. Woche an kann Gleichgewichtstraining unter der Anleitung von Krankengymnasten ausgeführt werden

Komplikationen

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Bei der Neuritis vestibularis kommen folgende Komplikationen vor:

  • starke Übelkeit
  • Verletzungsgefahr durch Fallneigung

Zusatzhinweise

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  • die Medikamentenwirkung bei Neuritis vestibularis beruht auf der kompetetiven Hemmung von Acetylcholin, der Überträgersubstanz an den Synapsen der Vestibulariskerne
  • die Medikamente sollen nur wenige Tage gegeben werden, weil sie die zentrale Kompensation verzögern

Literaturquellen

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  • Poeck, Hacke, Neurologie, Springer Verlag
  • Stoll, Most, Tegenthoff, Schwindel & Gleichgewichtsstörungen, Thieme Verlag

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