Nervus suprascapularis (C4-C6)

Definition

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Läsion des Nervus suprascapularis und Funktionsverlust der durch ihn innervierten Muskeln (M. supraspinatus; M. infraspinatus).


Ätiologie

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Die Ursachen der Läsion des Nervus suprascapularis sind:

Meist Kompression in der Incisura scapulae:

  • Schultertrauma/Skapulafraktur
  • rezidiverende Mikrotraumen
  • Raumforderungen
  • neuralgische Schulteramyotrophie
  • Suprascapularissyndrom: Kompression durch die Inzisur überspannendes Band

Epidemiologie

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Genaue epidemiologische Daten zur Läsion des Nervus suprascapularis liegen nicht vor.

  • häufig bei Volleyballspielern
  • junge Männer erkranken häufiger am Suprascaupularissyndrom

Differentialdiagnosen

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Anamnese

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Bei der Läsion des Nervus suprascapularis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation?
  • Schulterschmerzen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Muskelschwund?
  • Berufs-/Freizeitanamnese (Art etwaiger körperlicher Belastung)
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Zur diagnostischen Abklärung der Läsion des Nervus suprascapularis sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: sichtbare Muskelatrophie, deutlich erkennbare Spina scapula, Kraftprüfung, Beweglichkeit: Schwäche der Arm-Abduktion (Patient hinter dem Kopf kratzen lassen)
  • Elektrophysiologie: EMG, ENG
  • Bildgebung: Rö-Schulter/-Skapula

Klinik

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Die Läsion des Nervus suprascapularis kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • dumpfer posterolateraler Schulterschmerz
  • Muskelatrophie (eingesunkene Supraklavikulargruben, prominenten Spina scapulae)
  • Schwäche der Arm-Außenrotation und der beginnenden Arm-Abduktion (erste 20-30°)

Therapie

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Läsion des Nervus suprascapularis umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung des betroffenen Segments in der Incisura scapulae, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Komplikationen

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Bei der Läsion des Nervus suprascapularis kommen folgende Komplikationen vor:

  • ausgeprägte Muskelatrophie
  • ausgeprägte Bewegungseinschränkung
  • permanente Lähmungen bei kompletter Nervendurchtrennung

Zusatzhinweise

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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Zur Läsion des Nervus suprascapularis liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Nervus suprascapularis (C4-C6)

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

3. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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