Nervus peroneus (L4-S2)

Synonyme: crossed legs palsy

Definition

Nervus peroneus (L4-S2)

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Läsion des Nervus peroneus und Funktionsverlust der durch ihn innervierten Muskeln und Gefühlsverlust im durch ihn innervierten Areal.


Ätiologie

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Die Ursachen der Läsion des Nervus peroneus sind:

Ursachen nach Lokalisation:

  • Kniegelenk: Trauma, Z.n. Operation, Ganglion, Baker-Zyste, Neurom, Aneurysma
  • Fibulaköpfchen: Unterschenkelgips, enge Verbände, Trauma, Lagerungsschäden (Narkose, Koma), längeres Sitzen mit gekreuzten Oberschenkeln ("crossed legs palsy"), selten bei rascher und ausgeprägter Gewichtsabnahme
  • Unterschenkel: Trauma, Z.n. Operation, Ischämie (Tibialis-anterior-Syndrom, Vaskulitis)
  • Sprunggelenk = vorderer Tarsaltunnel = Affektion des N. peroneus profundus: Trauma, Z.n. Operation, exogener Druck

NB: Aufteilung des N. peroneus communis distal des Fibulaköpfchens in N. peroneus superficialis und N. peroneus profundus


Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zur Läsion des Nervus peroneus liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Läsion des Nervus peroneus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation?
  • Schmerzen?
  • Gangstörungen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Muskelschwund?
  • Missempfindungen/Gefühllosigkeit?
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Läsion des Nervus peroneus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: sichtbare Muskelatrophie, evtl. Spitzfuß bei Inspektion, Sensibilitätstestung (lateraler US, Fuß- und Zehenrücken, Spatium interosseum I), Testung des Hackengangs und der Fuß- und Zehenheber sowie Pronation, TPR
  • Elektrophysiologie: EMG (immer auch kurzer Kopf des. M. biceps femoris zum Ausschluß einer Ischiadicusläsion), NLG (Leitungsblock am Fibulaköpfchen?), evtl. sensible NLG
  • bildgebende Verfahren: bei V.a. Fraktur, Raumforderung

Klinik

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Die Läsion des Nervus peroneus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Paresen:
    N. peroneus communis: Fuß- und Zehenheber ausgefallen
    N. peroneus profundus: Fuß- und Zehenheber ausgefallen bei erhaltener Pronation
    N. peroneus superficialis: Pronation ausgefallen (M. peroneus longus et brevis)
  • Sensibilitätsstörungen:
    N. peroneus communis: lateraler US, Fuß- und Zehenrücken
    N. peroneus profundus: Spatium interosseum I
    N. peroneus superficialis: US, Fuß- und Zehenrücken
  • TPR, ASR können abgeschwächt/ausgefallen sein
  • Spitzfuß
  • Steppergang

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Läsion des Nervus peroneus umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Komplikationen

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Bei der Läsion des Nervus peroneus kommen folgende Komplikationen vor:

  • ausgeprägte Muskelatrophie
  • ausgeprägte Bewegungseinschränkung
  • permanente Lähmungen bei kompletter Nervendurchtrennung

Zusatzhinweise

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Zur Läsion des Nervus peroneus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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