Nervus ischiadicus (L4-S3)

Definition

Nervus ischiadicus (L4-S3)

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Läsion des Nervus ischiadicus und Funktionsverlust der durch ihn innervierten Muskeln und Gefühlsverlust im durch ihn innervierten Areal.


Ätiologie

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Die Ursachen der Läsion des Nervus ischiadicus sind:

  • perioperative Läsionen (ca. 10%): Eingriffe am Hüftgelenk (TEP, Schenkelhalsfraktur) mit direkter mechanischer Schädigung oder Überdehnung
  • selten bei Kindern oder mageren Personen nach längerem Sitzen auf harter Unterlage
  • Spritzenlähmung
  • direkte Druckläsionen wegen ausgeprägtem Weichteilmantel selten

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Angaben zur Läsion des Nervus ischiadicus liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

Nervus ischiadicus (L4-S3)

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Anamnese

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Bei der Läsion des Nervus ischiadicus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation?
  • Schmerzen?
  • Gangstörungen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Muskelschwund?
  • Missempfindungen/Gefühllosigkeit?
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

Nervus ischiadicus (L4-S3)

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Zur diagnostischen Abklärung der Läsion des Nervus ischiadicus sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: sichtbare Muskelatrophie, Sensibilitätstestung (Rückseite des OS, Vorderaußenseite des Unterschenkels (N. peroneus) sowie Wade, Fußsohle und Beugeseite des Fußes (N. tibialis)), Testung des Außenrotation im Hüftgelenk und der Beugung des US im Kniegelenk, TPR, ASR
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG
  • Bildgebung: Rö zum Frakturausschluß, evtl. CT-/MRT-Becken
  • Schweißsekretionstest: pathologisch bei peripherer Läsion, unauffällig bei Wurzelläsion

Klinik

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Die Läsion des Nervus ischiadicus kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Paresen: bei hoher Ischiadicusläsion sind neben den durch den N. peroneus und N. tibilialis innervierten Muskeln (→ siehe DD) betroffen: Mm. obturator externus, gemelli und quadratus femoris (Außenrotation im Hüftgelenk), Mm. biceps femoris, semitendinosus, semimembranosus (Beugung des US im Kniegelenk), Störung der Funktion des Standbeins beim Gehen
  • Sensibilitätsstörungen: Ausfall im Bereich der OS-Rückseite sowie im Versorgungsgebiet der N. peroneus und N. tibialis
  • TPR, ASR können abgeschwächt/ausgefallen sein

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Läsion des Nervus ischiadicus umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Komplikationen

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Bei der Läsion des Nervus ischiadicus kommen folgende Komplikationen vor:

  • ausgeprägte Muskelatrophie
  • ausgeprägte Bewegungseinschränkung
  • permanente Lähmungen bei kompletter Nervendurchtrennung

Zusatzhinweise

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Zur Läsion des Nervus ischiadicus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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