Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

Synonyme: Spitzenlähmung

Definition

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Läsion des rein motorischen Nervus gluteus inferior und Funktionsverlust des durch ihn innervierten M. gluteus maximus


Ätiologie

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Die Ursachen der Läsion des Nervus gluteus inferior sind:

  • Schädigung bei Entbindung, Beckenfrakturen
  • Kompression durch Rektumtumoren, Aneurysmen
  • Spritzenlähmung

Epidemiologie

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Genaue epidemiologische Angaben zur Läsion des Nervus gluteus inferior liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Anamnese

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Bei der Läsion des Nervus gluteus inferior sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation/Injektion?
  • Z.n. Entbindung?
  • Schmerzen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Schwierigkeiten beim Aufsitzen und Treppensteigen?
  • Muskelschwund?
  • Missempfindungen/Gefühllosigkeit?
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Zur diagnostischen Abklärung der Läsion des Nervus gluteus inferior sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: mangelhaftes Anspannen des Gesäßes in Bauchlage mit tiefer stehender Glutealfalte, Streckung des OS nach dorsal im Hüftgelenk in Rückenlage nicht möglich
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG
  • Bildgebung: Rö zum Frakturausschluß, evtl. CT-/MRT-Becken

Klinik

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Die Läsion des Nervus gluteus inferior kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Paresen: Streckung im Hüftgelenk eingeschränkt (M. gluteus maximus), Aufsitzen und Treppensteigen erschwert, bei beidseitiger Läsion unmöglich
  • Sensibilitätsstörungen: keine, da rein motorischer Nerv
  • tief stehende Glutealfalte auf betroffener Seite

Therapie

Nervus glutaeus inferior (L5-S2)

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der Läsion des Nervus gluteus inferior umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie
  • bei Spritzenlähmung: frühzeitiger Verdünnungsversuch durch Einspritzen von 50-100 ml NaCl 0,9% unter den M. gluteus maximus; evtl. frühzeitig 250-500 mg Methylprednisolon i.v.

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Komplikationen

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Bei der Läsion des Nervus gluteus inferior kommen folgende Komplikationen vor:

  • ausgeprägte Muskelatrophie
  • ausgeprägte Bewegungseinschränkung
  • permanente Lähmungen bei kompletter Nervendurchtrennung

Zusatzhinweise

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Zur Läsion des Nervus gluteus inferior liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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1. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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