Nephroptose

Synonyme: Senkniere, Wanderniere, Ren mobilis

Definition

Nephroptose

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Als Nephroptose wird die Senkung der Niere um mehr als 5 cm bezeichnet (ca. 2 Wirbelkörper im Urogramm).


Ätiologie

Nephroptose

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Zu den Ursachen der Nephroptose:

  • Muskelhypotonie (Bindegewebsschwäche) und Kachexie
  • durch Senkung und Kippung der Niere kommt es zu einer relativen Enge der Gefäße und Minderdurchblutung der Niere kommen
  • teilweise Obstruktion des pyeloureteralen Abgangs durch Gefäß- oder Bridenfixation

Epidemiologie

Nephroptose

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Zum Vorkommen der Nephroptose:

  • Die Nephroptose besteht rechts häufiger als links
  • w > m

Differentialdiagnosen

Nephroptose

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Anamnese

Nephroptose

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Folgende Hinweise sind bei der Nephroptose von Bedeutung:

  • Oberbauchschmerzen?
  • Druck- und Völlegefühl?
  • Hypertonie?
  • rechtsseitige Nierenkolik?
  • Hämaturie?
  • Oberbauch aufgetrieben (Inspektion)?
  • genaue Familienanamnese (Urämie)

Diagnostik

Nephroptose

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Zur diagnostischen Abklärung der Nephroptose:

  • Palpation: Senkniere als Unterbauchtumor tastbar und gut beweglich
  • Urin: u.U. Mikrohämaturie
  • Urogramm: Stehaufnahme; Niere senkt sich um mehr als 5 cm ab, Harnleiter geschlängelt, meist kein Harnaufstau
  • NSS im Stehen und Liegen mit Furosemid: Urodynamisch wirksame Abflussbehinderung unter Belastung, verminderte Parenchymdurchblutung im Stehen, initial verminderter Aktivitätsanstieg, verspätetes Erreichen des Gipfels

Klinik

Nephroptose

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Klinisch stellt sich die Nephroptose wie folgt dar:

  • Bei der Nephroptose kommen die Beschwerden lumboabdominal im Stehen vor, die sich im Liegen bessern
  • Oberbauchschmerzen, aufgetriebenes Abdomen
  • Druck- und Völlegefühl
  • Hypertonie
  • rechtsseitige Nierenkolik
  • Hämaturie

Therapie

Nephroptose

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Die therapeutischen Maßnahmen bei der Nephroptose sind:

  • Empfehlung der Gewichtszunahme
  • Ausschluss von GIT-Erkrankungen (MDP, Koloskopie)
  • Nephropexie (laparoskopisch): Strenge Indikationsstellung, bei Nachweis von Parenchymdurchblutung, Funktionsminderung beim Lagewechsel oder Stauung, nach Versagen konservativer Maßnahmen
  • Eiweißrestriktion
  • RR-Hochdruckbehandlung
  • eventuell Nierenersatztherapie (Dialyse, Transplantation)

Komplikationen

Nephroptose

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Zur Komplikationen der Nephroptose liegen derzeit keine Angaben vor


Zusatzhinweise

Nephroptose

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Es liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise zur Nephroptose vor.


Literaturquellen

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  1. (2009) Gasser T - Basiswissen Urologie - Springer
  2. (2009) Thüroff J - Urologische Differenzialdiagnose - Thieme
  3. (2007) Jocham D, Miller K - Praxis der Urologie - Thieme
  4. (2006) Schmelz HU, Sparwasser C, Weidner W - Facharztwissen Urologie - Springer
  5. Eichenauer R, Sandmann J, Vanherpe H - Klinikleitfaden Urologie - Urban und Fischer

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Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Urologie

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