Nabelschnurvorfall

Synonyme: Vorfall der Nabelschnur

Definition

Nabelschnurvorfall

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Nabelschnurvorfall [1;2]

  • Vor Blasensprung
  • Nabelschnur vor vorangehendem Kindsteil
  • Indikation für Notfall- Sectio

Ätiologie

Nabelschnurvorfall

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Ursachen Nabelschnurvorfall [2;1]

  • Geburtskanal durch vorangehenden Körperteil des Kindes nicht vollständig abgedeckt
  • Querlage
  • Mehrgebärende
  • Fußlage
  • Einstellungsanomalien
  • Haltungsanomalien
  • Frühgeburt
  • Kleine Kinder
  • Mehrlingsgeburt (hauptsächlich monoamniotische Zwillinge)
  • Pathologische Beckenform
  • Vorangehender Kindsteil bei Blasensprung hoch über Becken



Epidemiologie

Nabelschnurvorfall

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Vorkommen Nabelschnurvorfall [1]

  • Ca. 0,3% aller Geburten
  • Am häufigsten bei Quer-, Schräg-, Fußlage, Zwillingsgeburten

Differentialdiagnosen

Nabelschnurvorfall

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Anamnese

Nabelschnurvorfall

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Eine genaue Anamnese ist bei Nabelschnurvorfall akut meist nicht mehr möglich.

Jedoch wären folgende Fragen sinnvoll:

  • Wie verlief die bisherige Schwangerschaft?
  • Welche Komplikationen gab es?
  • Gibt es bekannte Vorerkrankungen, die erst während der Schwangerschaft entstanden sind (z.B. Hypertonus, Diabetes)?
  • Ist dies die erste Schwangerschaft?
  • Wie viele Schwangerschaften gab es vorher?
  • Wie viele Entbindungen haben bisher stattgefunden?
  • Gab es Komplikationen in vorhergehenden Schwangerschaften?
  • Welche waren das?
  • Wie verliefen evtl. vorangehende Geburten?
  • In welcher Schwangerschaftswoche wurde bei vorherigen Geburten entbunden?
  • Mußte ein „Kaiserschnitt“ (Sectio caesarea) durchgeführt werden?
  • War dieser geplant oder musste er notfallmäßig durchgeführt werden?
  • Gab es hinterher Komplikationen bei Mutter oder Kind?
  • Gab es irgendwelche Komplikationen bei der Narkose/ Betäubung?
  • Wurde eine abnorme Veränderung des Beckens  festgestellt?
  • Bestehen bekannte Vorerkrankungen des Uterus, wie z.B. Myome?
  • Wann und von wem wurde die letzte Ultraschallunteruchung mit Größenbestimmung des Kindes durchgeführt (Mutterpass)?
  • Wurde evtl. ein irregulärer Sitz der Plazenta festgestellt?



Diagnostik

Nabelschnurvorfall

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Diagnose Nabelschnurvorfall [1;2;3;4]

  • Blasensprung erfolgt, Fruchtwasser abgegangen
  • CTG- Auffälligkeiten: variable Dezelerationen, Bradykardien des Kindes

Klinik

Nabelschnurvorfall

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Klinik Nabelschnurvorfall [1;2;3]

  • Blasensprung erfolgt, Fruchtwasser abgegangen
  • CTG- Auffälligkeiten: variable Dezelerationen, Bradykardien des Kindes

Therapie

Nabelschnurvorfall

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Vorgehen bei Nabelschnurvorfall [1;2;3]

  • Beckenhochlagerung
  • Notfalltokolyse: 1 ml Fenoterol (= 25µg Fenoterolhydrobromid) + 4ml  NaCl 0,9%, davon 2ml  i.v. verabreichen
  • Starke fetale Bradykardie u.U. intrauterine Reanimation mit 25µg Fenoterol i.v. im Bolus
  • Vorangehenden Kindsteil vorsichtig  zurückschieben- kein Repositionsversuch!
  • Muttermund vollständig eröffnet, Kind in Schädellage und im Beckenausgang: vaginal- operative Entbindung; cave: Hypoxie!
  • Muttermund nicht vollständig eröffnet: sofort Sectio
  • Beckenendlage: sofortige Sectio

Komplikationen

Nabelschnurvorfall

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Komplikationen bei Nabelschnurvorfall [2]

  • Aus Vorliegen kann bei Blasensprung ein Vorfall werden
  • Hypoxie des Kindes durch Kompression der Nabelschnur
  • Bleibende Schäden durch Hypoxie
  • Tod des Kindes
  • Geburtsverletzungen der Mutter durch rasch beendete Geburt


Zusatzhinweise

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Zur Zeit gibt es keine Zusatzhinweise zum Nabelschnurvorfall.


Literaturquellen

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  1. Gynäkologie und Geburtshilfe, Manfred Stauber, Thomas Weyerstahl, Thieme Verlag 2001 
  2. Das Hebammenbuch, Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe, 4. Auflage, Mändle, Opitz-Kreuter, Wehling, Schattauer Verlag 2003
  3. Hebammenkunde, Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf, 2. Überarbeitete Auflage, Herausgeber: Ch. Geist, U. Harder, A. Stiefel, Verlag de Gruyter
  4. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und der AG für Materno- Fetale Medizin (AGMFM), Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt, Register Nr. 015/036, Stand 11/2007

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