Morbus Scheuermann

Synonyme: M. Scheuermann, Adoleszentenkyphose, Scheuermannsche Krankheit

Definition

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Als Scheuermannsche Krankheit bezeichnet man eine im Jugendalter aufretende Wachstumsstörung an Grund- und Deckplatten der Brust- und/oder Lendenwirbelsäule (BWS u/o LWS) mit teilfixierter vermehrter Kyphose.


Ätiologie

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Die Ätiologie der Scheuermannschen Krankheit ist unklar.

Pathogenese:

Belastbarkeit der knorpeligen Abschlussplatten wird vermindert, deswegen bricht das Bandscheibengewebe in den Wirbelkörper ein (Schmorl-Knötchen), dass führt zu Verschmälerung und Fibrosierung der betreffenden Bandscheibenräume.

Schädigung v.a. der ventralen Wachstumszonen der Wirbelkörper → zunehmende Keilwirbelbildung und fixierte Kyphosierung.


Epidemiologie

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Die Scheuermannsche Krankheit ist die häufigste Wirbelsäuleerkrankung im Jugendalter, röntgenologisch bei 20% der Bevölkerung.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Anamnesedaten der Scheuermannschen Krankheit sind:

  • hat der Patient Beschwerden?
  • Fremdanamnese (die Diagnose fällt den Angehörigen eher auf als den Patientan selbst)
  • seit wann aufgefallen?
  • Leistungseinschränkungen?
  • Schmerzen?
  • in der Familie bekannt?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung einer Scheuermannschen Krankheit sind relevant:

  • Röntgen: sagittale Ganzwirbelsäulenaufnahmen, Kriterien: Kyphose, Grund- und Deckplatten unregelmäßig begrenzt, verschmälerte Bandscheiben, mind. 3 Keilwirbel, Schmorl-Knötchen
  • Klinische Untersuchung: Inspektion von vorne und der Seite, Patient vorneüberbeugen lassen

Klinik

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Symptome der Scheuermannschen Krankheit sind:

  • Hohlrundrücken (lok. thorakal)
  • Totaler Rundrücken (lok. thorakolumbal)
  • Flachrücken (lok. lumbal, selten, schlechte Prognose)
  • nur ca. 1/3 der Erkrankten im Wachstumsalter haben Beschwerden, die Lumbalform ist schmerzanfälliger

Therapie

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Therapeutische Maßnahmen der Scheuermannschen Krankheit umfassen:

  • Konservative Therapie:

Leichtere Formen:

  • Konsequente Rückendisziplin und entkyphosierende Krankengymnastik mit Kräftigung der Rumpfmuskulatur
  • Sport: Schwimmen, insbes. Rückenschwimmen, keine Sprungdisziplinen

Schwerere progrediente Kyphosen im Wachstumsalter:

- wie oben

ab ca. 50% Korsettbehandlung

  • Operative Therapie:

Ind.:  Therapieresistente Rückenschmerzen, neurologische Symptome, Kyphose über 60% mit Problemen, Progression der Kyphose, Herz-Thorax.Kompression

OP-Verfahren: Bei Erwachsenen kombienierte ventrodorsale Aufrichtungsspondylodese mit möglichst leichten dorsalen Kompressionssystemen



Komplikationen

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Es liegen derzeit keine Informationen über Komplikationen der Scheuermannschen Krankheit vor.


Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise der Scheuermannschen Krankheit zur Differentialdiagnose:

  • Chordarückbildungsstörungen
  • traumatische Schäden

Literaturquellen

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  1. Breusch S, Clarius M, Mau H, Sabo D (2009) - Klinikleitfaden, Orthopädie und Unfallchirurgie - Urban & Fischer, München
  2. Matzen P (2007) - Kinderorthopädie - Urban & Fischer, München
  3. Scharf H-P, Rüter A und Mitarbeiter (2009) - Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharztwissen nach der neuen Weiterbildungsordnung - Urban & Fischer, München

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