Morbus Pick
Synonyme: Demenz, Pick Komplex, fronto- temporale Demenz, FTD, Frontale Demenz
Definition
Morbus Pick
Morbus Pick oder frontale Demenz ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der eine Hirnatrophie vor allem im Stirn- und Schläfenlappen beobachtet wird. Morbus Pick entsteht meist bei älteren Menschen (nach dem 50. Lebensjahr) und geht primär mit Verhaltensstörungen und dem Verlust sozialer Kompetenzen einher.
Morbus Pick
Ätiologie
Morbus Pick
Die Ursachen der frontalen Demenz sind:
- primär beispielsweise Alzheimer Demenz
- Hirndurchblutungsstörung
- Intoxikation
- Vitaminmangel
- Hirntumor
- Hirntrauma
- gestörte Liquorzirkulation
- Enzephalopathie
Morbus Pick Epidemiologie zu:
Morbus Pick
Epidemiologie
Morbus Pick
Zur Epidemiologie des Morbus Pick liegen folgende Daten vor:
- v. a. bei Älteren
- bei > 65-Jährigen: jede zehnte Person (u.a. Demenz)
- Prävalenz (demenzielles Syndrom): > 85-Jährige: > 40 %
Morbus Pick Differentialdiagnosen zu:
Morbus Pick
Differentialdiagnosen
Morbus Pick
- Ganser-Demenz
- Demenz bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- Demenz bei Normaldruck-Hydrozephalus
- Alzheimer-Demenz
- Subkortikale Demenz
- Kortikale Demenz
- Demenz vom Lewy - Körper - Typ
- Vaskuläre Demenz
- Alzheimer-Krankheit
- Demenz
- AIDS-Demenz
- Pick-Atrophie
Morbus Pick Anamnese zu:
Morbus Pick
Anamnese
Morbus Pick
Beim Morbus Pick sind folgende Informationen von Bedeutung:
- Orientierung, Gedächtnis: relativ wenig beeinträchtigt?
- Starke Veränderung der Persönlichkeit?
- Verändertes Sozialverhalten?
- Können Impulse nicht mehr kontrolliert werden?
- Fäkalsprache?
- Vernachlässigung der Hygiene?
- Beeinträchtigung des Denkens?
- Probleme bei der Ausführung zielgerichteter Bewegungen
- Störung der Urteilsfähigkeit?
Morbus Pick Diagnostik zu:
Morbus Pick
Diagnostik
Morbus Pick
Zur diagnostischen Abklärung des Morbus Pick sind relevant:
- Klinik
- psychopathologischer Befund
- neuropsychologische Untersuchung
- Ausschluss anderer Erkrankungen
- MRT oder CCT (Temporallappen-Atrophie, subkortiklae Läsionen)
- Tests zur Gedächtnisprüfung
- MMSE (Mini-Mental-Status-Test)
- Benton-Test (Merkfähigkeit für visuelle Stimuli)
- UZT (Uhrzeit-Zeichnen-Test)
Morbus Pick Klinik zu:
Morbus Pick
Klinik
Morbus Pick
Der Morbus Pick kann zu folgenden neurologischen Schäden führen:
- Rinde des Stirn- und oft auch Schläfenlappens stark geschrumpft (>> Walnussrelief<<)
- Veränderungen betreffen den frontalen und basalen Neocortex
- mikroskopisch findet man einen primären Schwund des Nervenparenchyms mit argentophilen Einschlüssen ( Pick- Körper) in Ganglienzellen, aber ohne Alzheimer- Fibrillenveränderung oder Plaques
Symptome
- Nachlassen der Leistungsfähigkeit
- Routineleistungen gelingen nicht mehr
- Persönlichkeitsveränderung
- Patienten verlieren das Gefühl für soziales Verhalten
- emotionale Regungen verflachen
- Persönlichkeit vergröbert und im Niveau gesenkt
- Patienten vernachlässigen sich und ihre Familie, verlieren vorausschauende und geordnete Initiative und leben nur noch für ihre elementaren Bedürfnisse
- pathologisch Handgreifreflexe auslösbar
- Fressucht als allgemeines Enthemmungssymptom-> orale Tendenz tritt auf, sobald beiderseits der mediobasale Schläfenlappen ergriffen ist
- im Endstadium meist akinetisches Parkinson- Syndrom mit schwerer Demenz
Morbus Pick Therapie zu:
Morbus Pick
Therapie
Morbus Pick
Die therapeutischen Möglichkeiten der frontalen Demenz umfassen Folgendes:
- kognitives Training
- Beratung des Betroffenen und seiner Nächsten
- Nootropika, z.B. Ginkgo-biloba, tägliche Dosis: 240 mg
- Cholinesterasehemmer, z.B. Donepezil (5-10 mg/d), Rivastigmin (initial 4,6mg/d, langsame Steigerung auf Erhaltungsdosis von 9,5 mg/d), Galantamin (12-24 mg/d)
- Antidepressiva: SSRI
- Neuroleptika (bei Psychose, Unruhe): z.B. Trizyklische Neuroleptika, Dibenzepine, Benzamide und Butyrophenone
Morbus Pick Komplikationen zu:
Morbus Pick
Komplikationen
Morbus Pick
Beim Morbus Pick kommen folgende Komplikationen vor:
- Durch Persönlichkeitsveränderungen können im sozialen/familiären Umfeld massive Probleme entstehen
- Bei fortgeschrittenen Fällen kann es zur Pflegebedürftigkeit kommen
Morbus Pick Zusatzhinweise zu:
Morbus Pick
Zusatzhinweise
Morbus Pick
Zum Morbus Pick liegen folgende Zusatzhinweise vor:
- Demenz (nach DSM-IV und ICD-10): wenn die Bewältigung des Alltags beeinträchtigt ist
Morbus Pick Literaturquellen zu:
Morbus Pick
Literaturquellen
Morbus Pick
- (2009) Möller HJ, Laux G, Deister A - Duale Reihe Psychiatrie und Psychotherapie - Thieme Verlag, Stuttgart (Seite 190-200, 209)
- (2009) Tölle R, Windgassen K - Psychiatrie - Springer Medizin Verlag, Heidelberg (Seite 287, 293)
- (2009) Klußmann R, Nickel M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer Verlag, Wien
- (2009) Mentzos S - Lehrbuch der Psychodynamik - Verlag Vandenhoeck & Ruprecht/BRO
- (2009) Janssen P, Joraschky P, Tress W - Leitfaden Psychosomatische Medizin und Psychotherap - Deutscher Ärzte Verlag
- (2008) Rentrop M, Müller R, Bäuml J - Klinikleitfaden Psychiatrie und Psychotherapie - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
- (2007) Rudolf - Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik - Thieme
- (2007) Arolt V, Reimer C, Dilling H - Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie - Springer
- (2006) Fritzsche K, Wirsching M - Psychosomatische Medizin und Psychotherapie - Springer
- (2009) S3-Leitlinie Demenzen der DGN und DGPPN: http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/ll_demenz/ll-demenz-lang-170210.pdf >
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