Morbus Ormond

Synonyme: Retroperitoneale Fibrose, Gerota-Fasziitis, M. Ormond

Definition

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Beim Morbus Ormond handelt es sich um eine langsam zunehmende Fibrosierung des dorsalen Peritoneums mit Ummauerung der Gefäße, Nerven und Harnleiter.


Ätiologie

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Ätiologie des Morbus Ormond:

  • Primäre Form: idiopathisch/autoimmunologisch
  • Sekundäre Form: Strahlenfibrose, chron. Entzündungen, Narbenbildung nach operativen Eingriffen und Traumata.
  • Medikamentös: Serotonin-Antagonisten, Antibiotika, Antiphlogistika, Glukokortikoide
  • Lokale Injektion sklerosierender Flüssigkeiten

Lokalisation: meist symmetrisch der Mittellinien beginnend, von kaudal nach kranial ausbreitend.


Epidemiologie

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Epidemiologie des Morbus Ormond:

  • M>w (2:1)
  • mittleres Lebensalter

Differentialdiagnosen

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Anamnese

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Fragen zum Morbus Ormond umfassen:

  • Rücken-, Kreuz-, Flankenschmerzen?
  • Oligo-/Anurie?
  • stattgehabter operativer Eingriff im Beckenbereich?
  • Traumata im Bereich der Blase erinnerbar?
  • Medikamentenanamnese!
  • Erkrankungen?

Diagnostik

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Die Diagnostik des Morbus Ormond umfasst:

  1. Anamnese und klinische Untersuchung
  2. RG: IVP (= intravenöse Pyelographie) > bilaterale supravesikale Stenose der Uretheren, evtl Kavographie, unscharfer Poasrandschatten
  3. Sono: Nierenstauung?
  4. Urogramm: Zeichen d. Hydronephrose bds.
  5. CT/MRT-Abdomen
  6. Beweisend: Histologie (hohes Entnahmerisiko)

Klinik

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Klinik des Morbus Ormond:

Frühstadium:

  • uncharakteristische Symptome
  • Gewichtsverlust, Übelkeit
  • Rücken-/Flankenschmerzen

Spätstadium:

  • Zeichen der Nierenfunktionseinschränkung
  • Oligo-Anurie
  • Schmerzen (stauungsbedingt)
  • Ven. Abflussbehinderung und Lymphstauung: Beinödeme, Varikozele

Therapie

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Therapie des Morbus Ormond:

  1. Absetzen mögl. verursachender Medikamente
  2. Akut: Einlegen von Harnleiterschienen
  3. Operativ: Indikation: Harnabflussstürung durch Ureter-Ummauerung
  • Zugang: Transperitoneal
  • bds. Ureterolyse und Verlagerung des Harnleiters nach intraperitoneal

Steroidtherapie:

  • besonders effektiv bei Patienten mit aktiven Entzündungszeichen
  • Alternativ: Azathioprin/Tamoxifen

Komplikationen

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Komplikationen des Morbus Ormond umfassen:


Zusatzhinweise

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?

Derzeit liegen keine Zusatzhinweise zum Morbus Ormond vor.


Literaturquellen

Morbus Ormond

Bearbeitungsstatus ?
  1. Müller - Chirurgie- 2006/7
  2. Vaglio u.a. (2006) in Lancet Nr. 9506 S. 241-251

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von med2click kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen