Morbus Bowen der Haut

Synonyme: Bowenoide Präkanzerose, Intraepidermales Karzinom

Definition

Morbus Bowen der Haut

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Morbus Bowen der Haut [1]

  • Es handelt sich hierbei um ein intraepidermales Karzinom der Haut.
  • Histologisch ist es durch atypische und dyskeratotische Zellen gekennzeichnet. Es bestehen Zell- und Kernpolymorphien in der Epidermis.
  • Reichen die Veränderungen über die Basalmembran hinaus, spricht man von einem Bowen Karzinom.

Ätiologie

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Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung eines Morbus Bowen der Haut [2]

  • Chronische UV- Exposition
  • Aktinische Keratosen
  • Höheres Alter
  • Sonnenexposition im Laufe des Lebens (Sonnenbrände in der Kindheit)
  • Helle Haut
  • Männer häufiger betroffen
  • Arsenexposition (beruflich)
  • Röntgenstrahlung
  • Inzidenz bei Immunsupprimierten stark erhöht
  • Triggerung durch HPV möglich

Epidemiologie

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Bevorzugtes Auftreten von Hauterscheinungen des Morbus Bowen [1]

  • Gesicht
  • Rumpf
  • Hände
  • Unterschenkel

Epidemiologische Erhebungen zum Plattenepithelkarzinom, das aus einem Morbus Bowen der Haut entstehen kann [2;3]

  • Mitteleuropa: Inzidenz von 20- 30 Neuerkrankungen/ 100.000 Einwohner (1990er Jahre)
  • 90% Auftreten im Gesicht
  • Durchschnittsalter: 70 Jahre
  • Männer häufiger betroffen
  • Metastasierung bei ca. 5% der Tumorpatienten
  • 5- JÜR: 25- 50%

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Anamnese bei V.a. Morbus Bowen der Haut

  • Wo genau sind die Hautveränderungen, die der Patient bemerkt hat?
  • Wann wurden diese zuerst bemerkt?
  • Gibt es weitere Hautveränderungen am Körper?
  • Wo befinden sich diese?
  • Hat die Hautveränderung eine krustige Auflage? (DD: Plattenepithelkarzinom)
  • Blutet die Hautveränderung manchmal? (DD: Plattenepithelkarzinom)
  • Hatte der Patient schon einmal behandlungsbedürftige Hautveränderungen?
  • Welche waren es und wir wurde behandelt?
  • Gibt es in der Familie Fälle von Hautkrebs?
  • Welcher Art?
  • Hat der Patient sich früher- und heute- häufig ohne Sonnenschutz in der Sonne aufgehalten?
  • Hatte er häufig Sonnenbrand?
  • Wurde bei dem Patienten schon einmal eine Bestrahlungstherapie durchgeführt?
  • Aus welchem Grund?
  • An welcher Körperstelle?
  • Über welchen Zeitraum?
  • Hatte der Patient beruflich mit Arsen zu tun [4]? (Arsen wird z.B. eingesetzt bei Tierpräparatoren und bei Bleilegierungen)

Diagnostik

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Diagnostisches Vorgehen bei V.a. Morbus Bowen der Haut:

1. Klinik

2. Histologie nach Exzision unter Schnittrandkontrolle [2]

  • Aufhebung der normalen Schichtung der Epidermis
  • Zelluläre Atypien (Dyskeratose) über alle Epidermisschichten

Klinik

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Klinisches Erscheinungsbild eines Morbus Bowen der Haut [1;2]

  • Auftreten bevorzugt an den sonnenexponierten Arealen des Körpers: Gesicht, Rumpf, Unterschenkel, Hände
  • Solitäre Hautveränderung
  • Flach
  • Scharf begrenzt
  • Oft bizarr konfiguriert
  • Erythemato- squamös
  • hyperkeratotisch

Therapie

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Behandlungsmöglichkeiten eines Morbus Bowen der Haut [1;2;5]

Chirurgisch

  • Exzision unter Schnittrandkontrolle
  • Entfernung mittels Laser

Konservativ

  • z.B. mit 5- Floururacil- Creme 5%: 1- 2 x täglich auftragen

Komplikationen

Morbus Bowen der Haut

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Mögliche Komplikationen eines Morbus Bowen der Haut [2]

  • Entwicklung eines infiltrativen Plattenepithelkarzinoms

Zusatzhinweise

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Präventionsmöglichkeiten zur Verhütung von UV- induzierten Präkanzerosen, z.B. Morbus Bowen der Haut [6]

  • Übermäßige Sonnenexposition vor allem im Kindesalter vermeiden
  • Tragen von körperbedeckenden Textilien
  • Sonnenschutzprodukte verwenden (z.B. Cremes)
  • Zubereitungen mit UVA und UVB- Schutz wählen
  • Auf die Bedürfnisse der Haut (Atopiker, Wassersportler) und Alter (Kinder) angepasst
  • Möglichst hohen Lichtschutzfaktor wählen

Literaturquellen

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  1. Dermatologie, Jung, Moll, 5. Komplett überarbeitete Auflage, Thieme Verlag
  2. Deutsche Leitlinie: Plattenepithelkarzinom der Haut, der Lippen und der Augenlider, Breuninger, Sabastian, Kortmann, Wolff, Bootz, Garbe, Vers. 12 2005
  3. Garbe (1997): Epidemiologie des Hautkrebses. In: Garbe, Dummer, Kaufmann,Tilgen, Dermatologische Onkologie. Springer, Berlin, Heidelberg, New York, Tokio: 40- 56
  4. BIA Report, Symposion „Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren durch Cadmium- und Arsenexposition. Epidemiologische Erkenntnisse zur Karzinogenität“, Feb. 2001; Hauptverband der Gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG), Berufsgenossenschaftliche Akademie für Arbeitsicherheit und Verwaltung, BGA Hennef
  5. Rote Liste 2008, Herausgeber Rote Liste GmbH, Frankfurt/ Main
  6. Leitlinie GD, Gesellschaft für Dermatopharmazie e.V., Dermatokosmetischer Sonnenschutz, 2003

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