Monosymptomatische Narkolepsie
Definition
Monosymptomatische Narkolepsie
Die monosymptomatische Narkolepsie ist eine Erkrankung unbekannter Ursache mit anfallsartig auftretendem imperativem Schlafdrang und Schlafanfällen, nach denen die Patienten ausgeruht sind.
Monosymptomatische Narkolepsie
Ätiologie
Monosymptomatische Narkolepsie
Die Ursachen der monosymptomatischen Narkolepsie sind:
- unbekannte Ursache
- genetische Prädisposition: 80% der Narkolepsiepatienten sidn HLA-DR2-positiv (Normalbevölkerung: 30%)
- Symptomatische Narkolepsie: bei Hirnstamm- und
Thalamusläsionen, bei Tumoren des dritten Ventrikels und nach Hirnstamminfarkten
Monosymptomatische Narkolepsie Epidemiologie zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Epidemiologie
Monosymptomatische Narkolepsie
Die monosymptomatische Narkolepsie ist relativ häufig.
- Prävalenz der Narkolepsie: 30/100.000
- Männer sind häufiger betroffen
- durchschnittliches Erkrankungsalter: im 3. Lebensjahrzehnt
Monosymptomatische Narkolepsie Differentialdiagnosen zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Differentialdiagnosen
Monosymptomatische Narkolepsie
- Primäre Hypersomnie
- Akute organische Psychosyndrome mit Bewusstseinsstörung
- Synkope
- Absencen
- Narkolepsie-Kataplexie-Syndrom
- Absencenstatus
- Schlaf-Apnoe
- Komplex partielle (psychomotorische) Anfälle
Monosymptomatische Narkolepsie Anamnese zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Anamnese
Monosymptomatische Narkolepsie
Bei der monosymptomatischen Narkolepsie sind folgende Informationen von Bedeutung:
- imperatives Schlafbedürfnis?
- Konzentrationsstörungen?
- Gedächtnisstörungen?
- Zahl und Verteilung der Schlafattacken
- Schlafanamnese
- Sozialanamnese (Freizeitverhalten, Beruf)
- weitere Betroffene in der Familie?
- bekannte prädisponierende Vorerkrankungen?
Monosymptomatische Narkolepsie Diagnostik zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Diagnostik
Monosymptomatische Narkolepsie
Zur diagnostischen Abklärung der monosymptomatischen Narkolepsie sind relevant:
- neurologische Untesuchung: unauffällig, evtl. neuropsychologische Test zur Gedächtnisleistung
- Labor: Ausschluß anderer Ursachen (Blutbild, TSH, Eisen, Retentions-/Leberparameter), evtl. molekulargenetische Untersuchung/HLA-Typisierung
- EEG im Schlaflabor: mehrmaliges Einschlafen während Aufzeichnung, Gesamtschlafzeit und REM-Zeit sind vermindert, häufige Vigilanzstörungen, viele kurze Schlafattacken mit Schlafstadien A und D, die nur wenige Sekunden bis eine halbe Minute dauern
- cCT/cMRT: Ausschluß symptomatischer Narkolepsie-Ursachen
Monosymptomatische Narkolepsie Klinik zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Klinik
Monosymptomatische Narkolepsie
Die monosymptomatische Narkolepsie kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:
- akut einsetzendes unwiderstehliches Schlafbedürfnis trotz ausreichender nächtlicher Schlafdauer
- Patienten sind normal erweckbar
- spontanes Erwachen innerhalb maximal 15 Min.
- begünstigend wirken:
- Dunkelheit
- monotone Tätigkeiten
- im Gegensatz zum Narkolepsie-Kataplexie-Syndrom kein Tonusverlust, Schlaflähmungen oder hypnagoge Halluzinationen
- in 40% der Fälle: lediglich Vigilanzstörung mit Erinnerungslücken für den Anfall oder automatische Handlungen, die der Situation teilweise oder gar nicht angemessen sind
Monosymptomatische Narkolepsie Therapie zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Therapie
Monosymptomatische Narkolepsie
Die therapeutischen Möglichkeiten bei der monosymptomatischen Narkolepsie umfassen folgendes:
Medikamentöse Therapie:
- Modafinil 100–400 mg/Tag p.o.
- L-Dopa 3-6 x 125 mg/d normalisiert die Sequenz der Schlafstadien
- Selegilin reduziert die Zahl narkoleptischer Attacken
- Analeptika wie Ephedrin 3 x 25 mg/d oder Methylphenidat, Amphetamin 2- bis 3 x 10 mg/d oder Phenmetrazin 3 x 25 mg/d bei vernachlässigbarer Suchtgefahr bei Narkoleptikern
- Koffein gegen Tagesmüdigkeit
- evtl. Propranolol 20–180 mg am Vormittag
Supportive Therapie:
- regelmäßiger Mittagsschlaf kann hilfreich sein
- Vermeiden von Alkohol und sedierender Medikamente
Monosymptomatische Narkolepsie Komplikationen zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Komplikationen
Monosymptomatische Narkolepsie
Bei der monosymptomatischen Narkolepsie kommen folgende Komplikationen vor:
- Schlafattacken bei riskanten Tätigkeiten: Führen von Kraftfahrzeugen, Bedienen technischer Geräte
Monosymptomatische Narkolepsie Zusatzhinweise zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Zusatzhinweise
Monosymptomatische Narkolepsie
Prognose:
- die Erkrankung bleibt lebenslang bestehen
- die Symptomatik nimmt im Laufe des Lebens ab
- vollständige Remissionen sind selten
Monosymptomatische Narkolepsie Literaturquellen zu:
Monosymptomatische Narkolepsie
Literaturquellen
Monosymptomatische Narkolepsie
1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg
- (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
- (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
- (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
- (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
- (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
- (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag
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