Mittlere Radialislähmung

Synonyme: Parkbanklähmung, Schlaflähmung

Definition

Mittlere Radialislähmung

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Die mittlere Radialislähmung ist eine Läsion des N. radialis im Bereich des distalen Oberarms  und Funktionsverlust der durch ihn innervierten Muskeln und Gefühlsverlust im durch ihn innervierten Areal.


Ätiologie

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Die Ursachen der mittleren Radialislähmung sind:

Schädigungsort Axilla = "Krückenlähmung":

  • Krücken
  • Gipsverband
  • Humeruskopffraktur

Epidemiologie

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Genaue epidemiologische Daten zur mittleren Radialislähmung sind zur Zeit nicht verfügbar.

  • Humerusschaftfraktur als häufigste Ursache einer Radialisläsion: in 12% der Fälle auftretend

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der mittleren Radialislähmung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • eruierbares Trauma in der Anamnese?
  • Z.n. Operation?
  • Schmerzen?
  • Ausmaß der Bewegungseinschränkung?
  • Muskelschwund?
  • Missempfindungen/Gefühllosigkeit?
  • Berufs-/Freizeitanamnese (Art etwaiger körperlicher Belastung)
  • Muskelschwäche/Muskelausfälle in anderen Körperregionen?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der mittleren Radialislähmung sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: sichtbare Muskelatrophie, evtl. Provokation durch repetitive Bewegungen bei Supinatorsyndrom; TSR, RPR, Sensibilitätstestung zur Höhenlokalisation
  • Elektrophysiologie: EMG, NLG
  • Bildgebung: Rö zum Frakturausschluß, evtl. MRT

Klinik

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Die mittlere Radialislähmung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • initiale Kribbelparästhesien
  • Fallhand (Ausfall der Finger-/Handstecker)
  • RPR abgeschwächt, TSR normal
  • Sensibilitätsstörung an Steckseite UA und im Spatium interosseum I (Autonomiegebiet!)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der mittleren Radialislähmung umfassen folgendes:

Konservative Therapie:

  • intensive tägliche Physiotherapie mit aktiven und passiven Bewegungsübungen
  • unterstützende Elektrotherapie: mind. 3 x pro Woche zur Verminderung einer Muskelatrophie, jedoch umstritten
  • Analgesie

Operative Therapie bei ausbleibender Besserung:

  • Neurolyse: schrittweise operative Freilegung des betroffenen Segments, Entfernung mechanischer Beeinträchtigungen, evtl. interfaszikuläre Epineurektomie
  • Nerventransplantation: autologe Nerventransplantate als "Leitschiene" zur Axonaussprossung
  • Ersatzoperationen bei bleibendem Innervationsdefekt > 1,5 Jahre: z.B. Muskelverpflanzungen, Gelenkversteifungen

Komplikationen

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Bei der mittleren Radialislähmung kommen folgende Komplikationen vor:

  • permanente Paresen und Sensibilitätsstörungen bei vollständiger Nervendurchtrennung
  • Inaktivitätsatrophie
  • Kontrakturen

Zusatzhinweise

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  • eine schwere Parkbanklähmung tritt meist nur bei Narkose oder unter Alkohol-/Schlafmitteleinfluss auf, da die initialen Parästhesien normal rasch zu einer Druckentlastung führen

Literaturquellen

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1. Gleixner C, Müller M, Wirth S (2007) - Neurologie und Psychatrie - Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach

2. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

3. Grehl H, Reinhardt F (2008) - Checkliste Neurologie,  4. überarbeitete und aktualisierte Auflage - Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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