Mitralklappenstenose

Synonyme: Mitralklappenverengung

Definition

Mitralklappenstenose

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Als Mitralklappenstenose bezeichnet man eine verengte Öffnung der Mitralklappe, wodurch die Füllung der linken Kammer während der Systole gestört und das Blut vor der Kammer gestaut wird.


Ätiologie

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Die Ursachen der Mitralklappenstenose sind:

  • selten angeboren
  • häufig: Rheumatisches Fieber (zunehmende Stenosierung der Mitralklappe über Jahre bis Jahrzehnte)
  • Schweregrade der Mitralstenose abhängig von der Mitralöffnungsfläche, mittlerem Druckgradienten über der Klappe und mittlerem Pulmonalkapillardruck

   (Echo-, MRT- oder Herzkatheterbefund)


Epidemiologie

Mitralklappenstenose

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Zur Epidemiologie der Mitralklappenstenose sind derzeit keine Daten verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

Mitralklappenstenose

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Zur diagnostischen Abklärung der Mitralklappenstenose sind relevant:

  • Herzrhythmusstörungen? Arrhytmien?   Vorhofflimmern?
  • Dyspnoe?
  • eingeschränkte körperliche Belastbarkeit?
  • Zyanose?
  • nächtliche) Hustenanfälle?
  • Hämoptysen?
  • Ödeme?
  • Halsvenenstauung?
  • Ikterus?
  • Aszites?
  • arterielle Embolien in der Vorgeschichte?

Diagnostik

Mitralklappenstenose

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Zur diagnostischen Abklärung der Mitralklappenstenose sind relevant:

  • genaue Anamnese
  • körperliche Untersuchung
  • Auskultation in Linksseitenlage, pm: über Herzspitze (paukender 1.HT,Mitralöffnungston, diastolisches Decrescendo- und präsystolisches Crescendogeräusch)
  • EKG (P mitrale, evtl. AA bei VHF,Steil- bis Rechtstyp, bei hochgradiger Mitralstenose: Zeichen der Rechtsherzbelastung und Rechtsherzhypertrophie)
  • Röntgen Thorax (Vergrößerung des linken Vorhofs, Mitralkonfiguration des Herzens, Zeichen der Lungenstauung und evtl. Zeichen der Rechtsherzhypertrophie)
  • Echokardiographie mit Quantifizierung des Stenosegrades, des maximalen und mittleren Gradienten über der Klappe, der Klappenöffnungsfläche, Größenbestimmung deslinkenVorhofs, des linken Ventrikels, Bestimmung der Druckverhältnisse in Pulmonalarterien und rechtem Ventrikel, evtl. Nachweis einer gleichzeitig bestehenden Mitralinsuffizienz im Farbduplex
  • evtl. TEE bei V.a. Thromben im linken Vorhof
  • evtl. MRT des Herzens
  • evtl. Links- und Rechtsherzkatheter
  • kardiologische Kontrolluntersuchungen alle 6-12 Monate (abhängig vom Schweregrad der Stenose)

Klinik

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Die Mitralklappenstenose kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Müdigkeit
  • eingeschränkte körperliche Belastbarkeit
  • Zyanose
  • Facies mitralis (durch verminderte Füllung des LV und Abnahme des HZV)
  • Dyspnoe, Orthopnoe und (nächtlicher) Husten, evtl. Hämoptysen (Zeichen der Lungenstauung und pulmonal - arteriellen Hypertonie)
  • Halsvenenstauung, Leberstauung, Aszites, Ödeme, Stauungsnieren mit evtl. Proteinurie (Zeichen der Rechtsherzbelastung)
  • Herzrhythmusstörungen, v.a. Vorhofflimmern mit absoluter Arrhythmie
  • Arterielle Embolien

Therapie

Mitralklappenstenose

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei Mitralklappenstenose umfassen:

  • Therapie einer Herzinsuffizienz beschränkt auf: Diuretika (z.B. Thiazid + Spironolacton), keine ACE-Hemmer!!
  • Bei absoluter Arrhythmie bei Vorhofflimmern: Digitalis + Verapamil ODER Betablocker (langsam einschleichen)
  • Antikoagulation bei Vorhofflimmern und ab mittelgradiger Mitralstenose auch bei Sinusrhythmus 
  • Endocarditisprophylaxe
  • Mittels Ballonkatheterverfahren: Mitralklappenvalvuloplastie=Mitralklappensprengung
  • Chirurgische Therapieverfahren:
  • Mitralvalvuloplastie
  • Kommisurotomie
  • Mitralklappenrekonstruktion
  • Mitralklappenersatz (mechanische oder biologische Prothese) 

Komplikationen

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Zu den Komplikationen der Mitralklappenstenose liegen momentan keine Daten vor.


Zusatzhinweise

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Zur Mitralklappenstenose liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  • American College of Cardiology/American Heart

  Association Task Force on Practice Guidelines; 

  Society of Cardiovascular Anesthesiologists; Society

  for Cardiovascular Angiography and Interventions;

  Society of Thoracic Surgeons, Bonow, Carabello,

  Kanuet al: ACC/AHA 2006 guidelines for the

  management of patients with valvular heart disease:

  a report of the American College of Cardiology/

  American Heart Association Task Force on Practice

  Guidelines (writing committee to revise the 1998

  Guidelines for the Management of Patients With

  Valvular Heart Disease)

  Circulation. 2006 Aug 1;114(5):84-231.

  • Herold (2009) : Innere Medizin
  • Harrisons Innere Medizin ( 13. Auflage), ABW

  Wissenschaftsverlag

  • Stierle, Niederstadt:  Klinikleitfaden Kardiologie

  (1. Auflage), Gustav Fischer Verlag Lübeck

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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