Minimale frühkindliche Hirnschädigung

Synonyme: MCD, minimale zerebrale Dysfunktion

Definition

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Die minimale frühkindliche Hirnschädigung ist eine von Geburt an bestehende Leistungsschwäche und leichte motorische, sprachliche  und neuropsychologische Entwicklungsverzögerung bei meist normalem Intelligenzquotient durch geburtsbedingte minimale Hirnschädigung.


Ätiologie

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Die Ursachen der minimalen frühkindlichen Hirnschädigung sind:

  • peripartale Komplikationen: minimale Hypoxie, Infektionen (auch der Mutter)
  • die meisten Kinder mit minimaler frühkindlicher Hirnschädigung waren Risikogeburten:
    • Frühgeburten
    • Mehrlingsgeburten
    • falsch Einstellung/Haltung
    • Übertragung
    • Nabelschnurkomplikationen

Epidemiologie

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Genaue epidemiologsche Angaben zur minimalen frühkindlichen Hirnschädigung liegen nicht vor.


Differentialdiagnosen

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Anamnese

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Bei der minimalen frühkindlichen Hirnschädigung sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • kindliche Entwicklung / Meilensteine?
  • schulische Leistungen?
  • Schwangerschafts-/Geburtsverlauf?
  • durchgemachte Kinderkrankheiten/Infektionen?
  • bekannte Vorerkrankungen (Stoffwechselerkrankgungen)?
  • Familienanamnese (erbliche Syndrome)?

Diagnostik

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Zur diagnostischen Abklärung der minimalen frühkindlichen Hirnschädigung sind relevant:

  • neurologische Untersuchung: keine manifesten neurologischen Ausfälle, evtl. Ungeschicklichkeit bei motorischer Prüfung; Hinweise auf Hirnschädigung in der (Fremd-)Anamnese
  • neuropsychologische/kinderpsychiatrische Testung: Intelligenz-/Entwicklungstests
  • bildgebende Verfahren; cMRT zum Ausschluß anderer Ursachen; cCT wegen Strahlenbelastung vermeiden
  • EEG: in seltenen Fällen zur Ausschlußdiagnostik

Klinik

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Die minimale frühkindliche Hirnschädigung kann eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • zunächst leichtes, motorisches Ungeschick
  • zunehmende Versagen in der Schule
  • motorische Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Schwierigkeiten bei:
    • Einbeinstand
    • Einbeinhüpfen
    • Gleichgewichtsregulation
    • Seiltänzergang
    • Klavierspielbewegungen der Finger
  • unregelmäßige, verzitterte Handschrift
  • Sprache mit mangelhafter Artikulation, überhastet oder verlangsamt
  • Wahrnehmungsschwächen
  • evtl. Symptome einer Legasthenie

Therapie

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei der minimalen frühkindlichen Hirnschädigung umfassen folgendes:

  • keine kausale Therapie verfügbar
  • optimale Förderung durch Eltern und Lehrer
  • Einbindung in Therapie- und Fördergruppen
  • evtl. Besuch von Förderschulen

Komplikationen

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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Bei der minimalen frühkindlichen Hirnschädigung kommen folgende Komplikationen vor:

  • Schulversagen und Leistungsdruck mit psychiatrischen Konsequenzen

Zusatzhinweise

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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  • meist gute Prognose bei adäquater Förderung und Unterstützung durch Eltern, Erzieher und Lehrer

Literaturquellen

Minimale frühkindliche Hirnschädigung

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1. Poeck K, Hacke W (2006) – Neurologie, 12. aktualisierte und erweiterte Auflage – Springer Medizin Verlag, Heidelberg

  • (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  • (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  • (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  • (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  • (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  • (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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