Milchgangspapillome

Definition

Milchgangspapillome

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Die Milchgangspapillome sind gutartige epitheliale Tumore Milchgänge der Brust.

Ätiologie

Milchgangspapillome

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Milchgangspapillome entstehen durch papilläre Proliferation des Drüsenepithels, oft in den Mamillennahen Milchgängen.

Man unterscheidet:

  • isolierte größere Papillome
  • mehrere kleinere Papillome
  • juvenile Papillomatose bei jungen Frauen

Epidemiologie

Milchgangspapillome

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Milchgangspapillome machten 1-1,5 % der Mammatumore aus.
  • sind selten
  • vor allem Frauen zwischen 35.-50. Lebensjahr

Differentialdiagnosen

Milchgangspapillome

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Anamnese

Milchgangspapillome

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Für die Milchgangspapillome sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Sekretion aus der Brustwarze?
  • Schmerzen der Brust?
  • Tastbarer Knoten?
  • Familienanamnese
  • Medikamentenanamnese
  • Schwangerschaft?
  • Wechseljahre?

Diagnostik

Milchgangspapillome

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Bei dem Verdacht auf Milchgangspapillome werden folgende diagnostische Maßnahmen durchgeführt:

  • digitale Untersuchung der Brust: spontane seröse oder blutige Sekretion
  • Mammographie: Tumorgröse meist 3-4 mm, maximal 4-5 cm, ausgehend von den Milchgangsepithelien
  • Galaktographie: Injektion von Kontrastmittel in den betroffenen Drüsenausführungsgang zur mammographischen Darstellung des Reliefs der Duktuswand
  • Abstrisch vom Sekret: wird auf Blut und entartete Zellen untersucht
  • Histologie: bei suspekten zytologischen Befunden; papillär epitheliale Proliferate mit fibrovaskulärem Stroma in zystisch erweiterten Drüsen

Klinik

Milchgangspapillome

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Klinische Symptomatik der Milchgangspapillome:

  • spontane, blutige, seröse, wässrige oder serös-blutige Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze (bei 80% der Papillome)

Therapie

Milchgangspapillome

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Die Therapie der Milchgangspapillom besteht aus:
  • Milchgangsexstirpation: gezielte Resektion, durch Hilfe einer Sonde und/oder blaugefärbten Milchgang

Nachsorge:

  • Mammographie
  • Ultraschall
  • Abstrich

Komplikationen

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Komplikationen der Milchgangspapillome:

  • je nach Vorkommen und Lokalisation können Papillome mit einem Karzinomrisiko zwischen 0 – 12 % entarten

Zusatzhinweise

Milchgangspapillome

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Wichtige Zusatzhinweise der Milchgangspapillome:

  • das duktale In-Situ-Karzinom (DCIS) als auch invasive Karzinome der Brust können mit blutiger Sekretion verbunden sein

Literaturquellen

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  1. (2010) Siewert J-R - Chirurgie - Springer Verlag
  2. (2006) Gerhard I, Kiechle M - Gynäkologie: konventionelle und komplementäre Therapie - Urban & Fischer
  3. (2008) Janni W, Rack B, Friese K - Facharzt Gynäkologie - Urban & Fischer
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  8. (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  9. (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  10. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  11. (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  12. (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  13. (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Assoziierte Krankheitsbilder zu Milchgangspapillome

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