Meningeome

Synonyme: Meningeom, mesenchymale Tumoren, Hirntumor

Definition

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Die Meningeome sind gut abgegrenzte Tumore, die vom arachnoidalen Deckendothel der Pacchioni-Granulationen ausgehen.


Ätiologie

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Zu den Ursachen eines Meningeoms:

  • Ursache weitgehend unklar
  • Verlust von Chromosom 22 steht häufig mit der Entstehung von Meningeomen in Verbindung
  • Kinder, die wegen einer Tumorerkrankung bestrahlt wurden,  haben ein höheres Risiko ein Menigeom zu entwickeln

Epidemiologie

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Die Meningeome sind relativ häufig.

  • machen 15 - 20 % aller intrakraniellen Tumoren aus
  • Frauen mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer
  • ca. 2 % der Patienten haben multiple Meningeome

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Bei den Meningeomen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • sichtbare Beule? ( durch Tumorinfiltration des Knochens -> Hyperostose )
  • Kopfschmerzen?
  • epileptische Anfälle?
  • Gesichtsfeldeinschränkungen?
  • Sprachstörungen?
  • Lähmungen?
  • Beweglichkeitseinschränkungen der Arme oder Beine?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Meningeome sind relevant:

  • CT: gut erkennbar durch ihre primär erhöhte Dichte, die scharfe Begrenzung und eine in der Regel homogene und intensive Kontrastmittelverstärkung
  • über die Hälfte der Fälle zeigt ein perifokales Ödem, ferner können Verkalkungen im Tumor dargestellt werden
  • MRT: auf T1- gewichteten Darstellungen meist hirnisointens und können auch in T2- Sequenzen isointens sein, häufiger aber leicht hyperintens
  • Ödeme sind selten, nehmen massiv Kontrastmittel auf, ausser im zystischen oder verkalkten Tumoranteil
  • die Signalheterogenität, die man manchmal sieht, ist auf die Zysten und Verkalkungen zurückzuführen
  • Angiographie : Kreislauf der A. carotis externa wird dargestellt, gewöhnlich werden Teile des Tumors über sie versorgt
  • man findet eine homogene Anfärbung, einen Gefäßnabel und große, abführende Venen

Klinik

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Meningeome können eine oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • machen sich im mittleren und fortgeschrittenen Lebensalter bemerkbar (Häufigkeitsgipfel 50. Lj)
  • wachsen gegen das Gehirn verdrängend, dagegen infiltirieren sie die Dura und den benachbarten Knochen, mit denen sie bei der Operation oft fest verbacken sind
  • im Knochen der Schädelkalotte oder -basis rufen sie gelegentlich umschriebene Destruktionen oder reaktive Hyperostosen, auch in Form der sog. Spiculae, hervor
  • werden vorwiegend von Ästen der A. carotis externa versorgt
  • Wachstum äußerst langsam, auch bei großer Tumorausdehnung stellt sich erst spät Hirndruck ein
  • oft fleckförmig oder diffus verkalkt
  • fast immer sehr gefäßreich

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei den Meningeomen umfassen folgendes:

  • Ca. 3/4 der Patienten können chirurgisch radikal operiert werden
  • Ist der Sinus sagittalis superior im vorderen Drittel verschlossen, kann er reseziert werden
  • Eine radikale Operation ist nicht möglich, wenn die Schädelbasis invadiert ist, große hirnversorgende Arterien vom Tumor ummauert sind oder breites Einwachsen in venöse Blutleiter oder Schädelbasisstrukturen vorliegt
  • bestehen Beziehungen zu großen Gefäßen oder zum Hirnstamm, ist nur Teilresektion nach Embolisation möglich
  • präoperative Embolisation größerer, zuführender Gefäße mit einer partiellen Nekrose im Meningeom hat die Operationsmorbidität weiter gesenkt
  • obwohl sie als nicht strahlensensibel gelten, werden unvollständig operierte  oder inoperable Meningeome häufig, besonders bei schädelbasisnaher Lage, strahlentherapeutisch behandelt, die Literatur zu diesem Vorgehen ist aber keineswegs überzeugend
  • findet sich um ein Meningeom ein Ödem, dann kann mit dem Ziel der Abschwellung eine vorübergehende Behandlung mit Cortisol sinnvoll sein → zur Vermeidung von Komplikationen soll die Behandlung nur kurz erfolgen und von einem Präparat zum Schutz der Magenschleimhaut begleitet sein

Komplikationen

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Bei den Meningeomen kommen folgende Komplikationen vor:

  • maligne Transformation
  • bei langem Bestehen der Raumforderung ist auch eine Metastasierung in andere Organe möglich
  • als OP-Komplikationen kommen Verletzungen anderer Hirnregionen zum Tragen
  • Rezidive sind bei unzureichender Entfernung des Tumors zu erwarten

Zusatzhinweise

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Maßnahmen zur Prävention sind bis heute nicht bekannt, allerdings sollten unnötige oder häufige Bestrahlungen vermieden werden.


Literaturquellen

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  1. Poeck, Hacke - Neurologie - Springer Verlag, 12. Auflage
  2. http://www.helios-kliniken.de/klinik/erfurt/fachabteilungen/klinik-fuer-neurochirurgie/meningeome.html>
  3. (2007) Berlit P - Basiswissen Neurologie - Springer
  4. (2007) Masuhr K.F.,Neumann M - Neurologie,6. Aufl. - Thieme Verlag, Duale Reihe
  5. (2007) Buchner H - Neurologische Leitsymptome und diagnostische Entscheidungen - Thieme
  6. (2007) Bitsch A - Neurologie "to go" - Wissenschaftliche Verlagsges
  7. (2006) Poeck, Hacke, - Neurologie - Springer, Berlin
  8. (2006) Mumenthaler M, Mattle H, - Kurzlehrbuch Neurologie - Thieme Verlag

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