Membranöse Glomerulonephritis

Definition

Membranöse Glomerulonephritis

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Die membranöse Glomerulonephritis ist eine glomeruläre Erkrankung, gekennzeichnet durch subepitheliale Immunkomplex- und Komplementablagerungen entlang der glomerulären Basalmembran sowie Ausbildung von "spikes".


Ätiologie

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Die Ursachen der membranösen Glomerulonephritis sind:

Idiopathisch:  ca. 75%

Sekundär:  ca. 25%

  • Infektionen wie Hepatitis B/C; HIV,Syphilis, Malaria)
  • Autoimmunerkrankungen ( z.B. SLE)
  • Medikamente (Gold, Penicillamin)
  • Tumorerkrankungen

Epidemiologie

Membranöse Glomerulonephritis

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Zum Vorkommen der membranösen Glomerulonephritis:

  • Die membranöse Glomerulonephritis ist die häufigste Ursache des nephrotischen Syndroms im Erwachsenenalter.
  • Der Krankheitsgipfel liegt zwischen 30 - 50 Jahren.

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der membranösen Glomerulonephritis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Medikamenteneinnahme?
  • bekannte Infektion?
  • Autoimmunkrankheit?
  • Tumorerkrankung?

Diagnostik

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Zur Diagnostik einer membranösen Glomerulonephritis:

Sichere Diagnosestellung bringt bei der membranösen Glomerulonephritis nur eine Nierenbiopsie!


Klinik

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Die membranöse Glomerulonephritis kann ein oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Beginn symptomarm mit peripheren Ödemen als Zeichen des nephrotischen Syndroms.
  • Dazu: auch Hypalbuminämie, Proteinurie, Hyperlipidämie. (80%)

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei membranöser Glomerulonephritis sind:

symptomatisch

  • siehe nephrotisches Syndrom
  • bis zu 30% Spontanremission möglich

speziell:

  • Steroide in Kombination mit Alkylanzien wie Cyclophosphamid :
    • Prednisolon initial 100mg (z.B. Decortin®) Erhaltungsdosis individuell über Wochen bis Monate titrieren
    • Cyclophosphamid-Bolus 0,5-1,0 g/m²  über 1h i.v. alle 3-4 Wochen

CAVE: hämorrhagische Zystitis (Prophylaxe mit MESNA)

(alleinige Behandlung mit Glukokortikoiden bringt keinen Vorteil!)


Komplikationen

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Bei der membranösen Glomerulonephritis kommen folgende Komplikationen vor:

  • Thromben durch AT-Mangel,
  • Infektionen durch IgG-MAngel
  • Niereninsuffizienz
  • besonders häufig: Nierenvenenthrombose

Zusatzhinweise

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Die membranöse Glomerulonephritis nimmt folgende Verläufe:

  • 30% Spontanremission
  • 35% partielle Remission mit stabiler Nierenfunktion
  • 25% Progression zur Niereninsuffizienz
  • 10% versteben an extrarenalen Ursachen

Literaturquellen

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  1. (2009) G.Herold - Innere Medizin 
  2. (2004) Classen, Diehl, Kochsiek - Innere Medizin- Urban&Fischer
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  5. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  6. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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