Meckel-Divertikel

Synonyme: Meckel`s Diverticulum, Meckelsches Divertikel

Definition

Meckel-Divertikel

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Das Meckel-Divertikel bezeichnet als angeborenes Rudiment des Ductus amphalontericus eine Ausstülpung des Ileums oder Jejunums. Es ist beim Kind ca 40cm und beim Erwachsenen ca 90cm proximal der Ileozöklappe lokalisiert. Das Meckel Divertikel bleibt meist Symptomlos und manifestiert sich in der in der Regel durch Komplikationen.


Ätiologie

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Das Meckel - Divertikel ist ein persistierendes, darmnahes Rudiment des Ductus omphaloentericus von unterschiedlicher Grösse, das meist „handschuhfingerartig“, schmal oder breitbasig von der dem Mesenterium gegenüberliegenden Darmwand im mittleren Ileum abgeht. Entwicklungsgeschichtlich entspricht das Meckel – Divertikel dem proximalen Anteil des Ductus omphaloentericus. Es stellt somit eine angeborene, sackartige Ausstülpung der Darmwand im Bereich des unteren Ileums dar und sitzt gewöhnlich 20 – 60 cm proximal der Bauhin`schen Klappe mit mehr oder weniger breiten Basis gegenüber dem Mesenterialansatz (= antimesenterial) dem Dünndarm auf. Ca 50 % der Meckel - Divertikel enthalten ektope Magenschleimhaut, es lassen sich aber auch Schleimhautpartien anderer Darmabschnitte (Duodenum- oder Dickdarmschleimhaut) ausnahmsweise aber auch Pankreasgewebe nachweisen.


Komplikationen

  • peptische Ulcera (bei ektoper Magenschleimhaut), die zu einer Perforation führen können
  • Darmblutungen, die zu einer Anämie führen können
  • mechanischer Darmverschluss
     

Epidemiologie

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Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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(kann im Kindesalter sehr variabel und inkonstant sein)
 

  • Häufig ist das Meckel - Divertikel ein reiner Zufallsbefund, das z. B. bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Laparotomie (z. B. Appendizitis) entdeckt wird.
  •  „appendix-ähnliche“ Bauchschmerzsymptomatik
  • eine plötzlich zu beobachtende Darmblutung (schwarzer und frisch blutiger Stuhl) ist relativ typisch
     

Diagnostik

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  • „Meckel – Scan“ (Szintigraphie mit Natriumpertechnetat 99 mTc)
  • Laparoskopie
     

Spezielle Diagnostik nur bei okkulter Blutung. Der diagnostische Nachweis ist prinzipiell sehr schwer zu führen.


Klinik

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(kann im Kindesalter sehr variabel und inkonstant sein)
Normalerweise ist das Meckel - Divertikel eine symptomfreie kongenitale Affektion, die ausser Darmblutungen (meist schmerzlose profuse, intermittierende intestinale Blutungen) keine Symptome macht, die irgendwie für diese Hemmungsmissbildung typisch wären.

Enthält das Meckel – Divertikel ektope Magenschleimhaut, dann sind Darmblutungen aus/und peptische Ulcera vor allem an der Divertikelbasis und gelegentlich Ulcusperforationen möglich. Eine reine Divertikulitis sich vergleichbar einer Appendizitis. Selten kann es zu einer Perforationsperitonitis kommen. Stülpt sich das Meckel – Divertikel in das Darmlumen ein, kann es den Kopf einer Invagination bilden. Ein persistierender bindegewebiger Strang eines Ductus omphaloentericus zwischen Meckel - Divertikel und Nabel kann zu einem Bridenileus führen.


Therapie

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Obwohl bei einem blutenden Meckel - Divertikel die Indikation zur Operation nicht vom Ergebnis der Szintigraphie abhängig gemacht werden sollte, ist der Nachweis ektoper Mukosa immer anzustreben. Operationen bei Divertikulitis erfolgen meist unter dem Verdacht einer Appendizitis. Bei unauffälliger Appendix muss nach einem Meckel - Divertikel gesucht werden. Auch im Rahmen der Appendektomie sollte immer nach einem Meckel - Divertikel gesucht werden. Wird bei einer intraabdominalen Operation ein Meckel – Divertikel als Zufallsbefund gefunden, sollte das Meckel – Divertikel unter 8 Jahren immer, ansonsten (nur) wenn es ektopisches Gewebe enthält, entfernt werden. Verursacht das Meckel – Divertikel einen Ileus, Resektion des bindegewebigen Stranges des Ductus omphaloentericus und des Meckel – Divertikels.Invaginationen durch ein Meckel - Divertikel lassen sich häufig nicht hydrostatisch devaginieren und erfordern dann eine Laparotomie. Die laparoskopische Op-Technik setzt sich zunehmend durch.


Komplikationen

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Zusatzhinweise

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Literaturquellen

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M. Bettex, N. Genton, M Stockmann (Eds.) Kinderchirurgie, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1982, ISBN 3-13-338102-4, J Ehrensperger Meckelsches Divertikulum 7.80 bis 7.86

PL Glick, RH Pearl, MS Irish, MG Cathy (Eds.) Pediatric Surgery Secrets, Capter 31, William Tisol Richard H PearlMeckel`s Diverticulum pp142 -143, Hanley & Belfus Inc, Philadelphia, 2001, ISBN 1-56053-317-X


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