Mastitis puerperalis

Synonyme: Brustentzündung

Definition

Mastitis puerperalis

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Die Mastitis puerperalis ist eine meist bakterielle Entzündung der weiblichen Milchdrüsen, die sich über die Drüsengänge weiter ausdehnen kann. Sie tritt (im Gegensatz zur Mastitis nonpuerperalis) im Wochenbett bzw. während der Stillzeit auf.


Ätiologie

Mastitis puerperalis

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Ursächlich für eine Mastitis puerpalis ist:

  • Eindringen von Erregern über Rhagaden 
  • Infektion über die Milchgänge

Erreger:

  1. Staphylococcus aureus (95%)
  2. Staphylococcus epidermidis
  3. Streptokokken

Epidemiologie

Mastitis puerperalis

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Etwa 1% alles Wöcherinen haben eine Mastitis puerpalis.


Differentialdiagnosen

Mastitis puerperalis

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Anamnese

Mastitis puerperalis

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Bei der Mastitis puerpalis sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Wochenbett?
  • starker Druckschmerz?
  • Rötung?
  • Schwellung?
  • Fieber?
  • seit wann? was dagegen getan?

Diagnostik

Mastitis puerperalis

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Die Diagnostik der Mastitis puerpalis umfasst:

  1. evtl. bakteriologische Untersuchung
  2. Sonographie
  3. Klinische Untersuchung
  • Seitenvergleich
    • Symmetrie, Größe
  • einzeln
  • Axilla
    • Lymphknotenvergrößerung
  • Arm

Klinik

Mastitis puerperalis

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Die Klinik der Mastitis puerpalis besteht aus:


Therapie

Mastitis puerperalis

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Bei der Mastitis puerpalis gibt es zwei Therapieansätze:

  • Frühstadium:
    • kühlende Umschläge, z.B. mit Quark
    • Milch abpumpen
    • nach/während dem Stillen/Abpumpen Massage der Brust
  • fortgeschrittenes Stadium:
    • Antibiotika zusätzlich
      (Staphylex 3x1g/d für mindestens 3 Tage i.v., dann Umstellung auf oral)
  • Spätstadium:
    • Abszedierung nicht zu verhindern, daher Sonographiekontrolle!
    • Bestrahlung durch Rotlicht 2 mal täglich 10-15 min.

In jedem Stadium der Mastitis puerperalis:

  • Antiphlogistika: Diclophenac: 3x150mg/d p.o.

operativ:

  • Inzision
  • Drainage
  • Spülung mit Providon-Iod-Lösung 

Komplikationen

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Eine Komplikation der Mastitis puerpalis kann die Bildung eines Abszesses sein.

In fortgeschrittenen Stadien kann unbehandelt eine Sepsis, evtl mit Todesfolge, eintreten.


Zusatzhinweise

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Die Mastitis puerperalis wird fast ausschließlich während der Laktion beobachtet.


Literaturquellen

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  1. (2008) Hirner A, Wiese K - Chirurgie - Schnitt für Schnitt - Thieme
  2. (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  3. (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  4. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  5. (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  6. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  7. (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

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