Mammakarzinom und Schwangerschaft

Synonyme: Brustkrebs während der Schwangerschaft, Mammakarzinom während der Schwangerschaft

Definition

Mammakarzinom und Schwangerschaft

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Das Mammakarzinom ist ein maligner Tumor der Brust und ist der häufigste maligne Tumor bei der Frau.


Ätiologie

Mammakarzinom und Schwangerschaft

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Für das Mammakarzinom gibt es folgende Risikofaktoren:

  • Frühe Menarche
  • Späte Menopause
  • Späte Schwangerschaft
  • Kinderlosigkeit
  • Fettreiche Ernährung
  • Mutation im BRCA 1 oder 2- Gen
  • Nikotin
  • Makromastie

Histologische Einteilung:

Prämaligne Läsionen:

  • Duktales Carcinoma in situ (DCIS) - maligne, nicht invasive Läsion; oft als polymorphe Mikroverkalkungen in der Mammographie diagnostiziert; seit Einführung der Mammographie-Früherkennung steigt der DCIS Anteil beim Mammakarzinom auf 30%; macht 95% der nichtinvasiven Mammakarzinome aus
  • Lobuläres Carcinoma in situ (LCIS) - ist selten, tritt überwiegend nach der Menopause auf; ist ein Risikofaktor für die Entwicklung eines späteren Mammakarzionoms mit jährlichen lebenslangen Risiko von 1%

Maligne Läsionen:

  • Invasive Mammakarzinome - die häufigsten histologischen Typen sind: Invasiv duktales Karzinom 65-80%, Invasiv lobuläres Karzinom 6-15%, andere Typen (medullär, tubulär, muzinös, papillär)
  • Sonderformen:
  1. Morbus Paget - intraepidermale Form eines duktalen Karznoms, manifestiert sich als Ekzem und Erosion von Mamille und Areola
  2. Inflammatorisches Karzinom - diffuse Ausbreitung eines invasiven Karzinoms innerhalb dermaler Lymphgefäße

Epidemiologie

Mammakarzinom und Schwangerschaft

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Das Mammakarzinom ist der häufigste maligner Tumor der Frau.
  • Zweithäufigster maligner Tumor in der Schwangerschaft
  • 70% aller Mammkarzinome, welche während der Schwangerschaft entdeckt werden sind hormonrezeptornegativ
  • 3% aller Mammakarzinome entstehen in der Schwangeerschaft

Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Beim Mammakarzinom sind folgende Informationen von Bedeutung:
  • Knoten tastbar seit wann?
  • Größenzunahme festgestellt? Schnell oder Langsam?
  • Familienanamnese
  • Andere Symptome?

Diagnostik

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Die Diagnostik des Mammakarzinom umfasst:
  • Inspektion der Mamma
  • Palpation der Mamma (erschwert durch schwangerschaftsbedingte Veränderungen) und axillären Lymphknoten
  • Ultraschall Mamma und Abdomen
  • Mammographie
  • Stanzbiopsie
  • Evtl. Röntgen-Thorax: Ausschluss Metastase
Histologie:
  • die Diagnose wird durch die histologische Untersuchung gesichert
  • bei Mammakarzinom wird Rezeptorstatus bestimmt: Östrogenrezeptoren, Progesteronrezeptoren, Her-2-neu

Klinik

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Symptome des Mammakarzinom können sein:
  • tastbarer Knoten
  • Einziehung der Haut
  • Adhärenz
  • Retraktion der Mamille
  • axilläre Lymphknoten-Schwellung
  • ggf. Schmerzen, Parästhesien, Ekzeme, blutig-seröse Mamillensekretion
  • Hautödeme
  • Größenänderung der Brust
  • Unverschieblichkeit des Knotens

Therapie

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Therapie der Mammakarzinom besteht aus:
  • Operativ (brusterhaltende Therapie aufgrund von Notwendigkeit einer anschließenden Strahlentherapie in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen)
  • Chemotherapie: nicht im 1. Trimenon, im 2. und 3. Trimenon kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko: FEC (5-Fluorouracil/Epirubicin/Cyclophosphamid)
  • Endokrine Therapie mit Tamoxifen (in der Schwangerschaft nicht empfohlen)
  • Strahlentherapie  (nach der Schwangerschaft!)

Komplikationen

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Komplikationen des Mammakarzinoms sind:
  • Metastasierung (lymphogen in regionale Lymphknoten oder häufig früh hämatogen)
  • Fehlbildung des Fetus durch Therapie

Zusatzhinweise

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Prävention des Mammakarzinoms:

Primäre Prävention:

  • gesundheitsbewusste Lebensweise (körperliche Aktivität, Vermeidung von Übergewicht, kein Rauchen, Reduktion des Alkoholkonsums)
  • Tamoxifen - Antiöstrogen, reduziert das Risiko für Mammakarzinome bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko; aber erhöht die Rate der vaskulären Komplikationen (Thromboembolie) und Endometriumkarzinom; der größte therapeutische Nutzen zeigt sich bei prämenopausalen, hysterektomierten Frauen;
  • in Deutschland ist derzeit kein Medikament zur Mammakarzinom-Prävention zugelassen
  • operative Verfahren - bei Frauen mit familiärer Belastung und BRCA-Mutation; durch beidseitige Masektomie wird das Brustkrebsrisiko deutlich vermindert; durch prophylaktische Adnexetomie wird das Ovarialkarzinomrisiko vermindert und das Brustkrebsrisiko halbiert

Sekundäre Prävention:

  • Mammographie - als Screening alle 2 Jahre für Frauen zw. 50.-69. Lebensjahr
  • bei Frauen mit hohem Erkrankungsrisiko ab 25. Lebensjahr:
  1. Sonographie der Brust und Eierstöcke alle 6 Monate
  2. Mammographie wenn gut beurteilbar ab dem 30. sonst ab dem 35. Lebensjahr jährlich
  3. MRT ab dem 30. Lebensjahr jährlich

Stadieneinteilung des Mammakarzinoms (FIGO-Einteilung):

Stadium 0: Carcinoma in situ: duktal oder lobulär oder Morbus Paget der Mamille ohne nachweisbaren Tumor

Stadium I: Primärtumor ≤ 2 cm

Stadium IIA: Primärtumor ≥ 2 cm und < 5 cm oder Tumor im Stadium I mit Metastasen in beweglichen ipsilateralen Lymphknoten

Stadium IIB: Primärtumor > 5 cm oder Tumor im Stadium II mit Metastasen in beweglichen ipsilateralen Lymphknoten

Stadium IIIA: Primärtumor > 5 cm, Metastasen in beweglichen ipsilateralen Lymphknoten der Axilla oder Tumor bis Stadium IIB mit fixierten ipsilateralen Lymphknoten der Axilla

Stadium IIIB: Tumor jeder Größe mit direkter Ausdehnung auf Brustwand oder Haut mit oder ohne ipsilateralen Lymphknoten (beweglich oder fixiert), Tumor jedes Stadiums mit Metastasen in den Lymphknoten entlang der A. thoracica interna

Stadium IV: Fernmetastasen [3]


Literaturquellen

Mammakarzinom und Schwangerschaft

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  1. (2007) Haag, Hanhart, Müller - Gynäkologie und Urologie- Medizinische Verlags- und Informationsdienste
  2. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe- Elsevier, Urban & Fischer
  3. (2007) Schaps K-P, Kessler O, Fetzner U - Das Zweite-kompakt: Gynäkologie und Pädiatrie - Springer
  4. (2000) Diedrich K, Holzgreve W, Jonat W - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer
  5. (2002) Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch- de Gruyter
  6. (2009) Gruber S - BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  7. (2009) Straus A, Janni W, Maass N - Klinikmanual Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer Medizin Verlag
  8. (2009) Probst T - Checklisten Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer, Elsevier
  9. (2008) Goerke K, Steller J, Valet A - Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe - Urban und Fischer Verlag, Elsevier
  10. (2008) Bühling K J, Friedmann - Intensivkurs Gynäkologie - Urban & Fischer, Elsevier
  11. (2007) Stauber M, Weyerstahl T - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  12. (2007) Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfleiderer A - Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme
  13. (2006) Kiechle M - Gynäkologie und Geburtshilfe - Urban & Fischer Verlag
  14. (2006) Diedrich K - Gynäkologie und Geburtshilfe - Springer, Berlin
  15. (2005) Kirschbaum, Münstedt - Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe - Thieme Verlag

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Gynäkologie und Geburtshilfe

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