Malignes Melanom des Mundes

Synonyme: OMM (orales malignes Melanom), bösartiges Melanom, Melano(zyto)blastom, Nävokarzinom, schwarzer Hautkrebs

Definition

Malignes Melanom des Mundes

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Das maligne Melanom ist ein aggressiver, hoch maligner Tumor der pigmentbildenden Zellen der Haut, selten auch im Bereich der Schleimhäute.


Ätiologie

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Hauptursache des malignen Melanoms ist:

  • Sonnenlichtexposition (ultraviolettes Licht)

Einteilung in mehrere Melanomsubtypen:

  1. Lentigo-maligna-Melanom: Melanoma in situ (knotige Veränderung, 9-13%)
  2. superfiziell spreitendes Melanom: oberflächliche Ausbreitungsform (45-60%) 
  3. noduläres Melanom: vertikales Wachstum mit hoher Metasrasierung (25-35%)
  4. akrolentiginöses Melanom: palmarplantar-muköse (6%)
  5. Schleimhautmelanom: häufig knotig aber auch superfiziell spreitend mit sehr schlechter Prognose
  6. ameloblastomisches Melanom: weißliche bis rötliche Läsionen

Epidemiologie

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Inzidenz des malignen Melanoms beträgt 10:100.000 bei kaukasischer Bevölkerung:

  • Menschen mit heller Hautfarbe haben ein erhöhtes Risiko
  • bei Menschen mit dunkler Hautfarbe sind Melanome sehr viel seltener
  • Länder mit hoher UV-Einstrahlung (z.B. Australien) weisen eine hohere Erkrankungsrate auf

Differentialdiagnosen

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Keine Differentialdiagnosen bekannt


Anamnese

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Wichtige Fragen zur Diagnosestellung eines malignen Melanoms sind:

  • seit wann besteht die Pigmentveränderung?
  • erhöhte Sonnenexposition (Arbeit, Urlaub)?
  • Juckzreiz, Schmerzen, Blutung?
  • Raucher?

Diagnostik

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Diagnostik eines malignen Melanoms:

Inspektion:

  • pigmentierter Nävus
  • ungleichmäßige manchmal unscharfen Ränder 
  • ungleichmäßige Färbung
  • Erhabenheiten sind ein Zeichen für den Durchbruch der Basalmembran und somit Alarmzeichen

Histologie des Exzisionspräparates

Weitere Untersuchungen:

  • Kopf-Hals-MRT
  • CT (Kopf, Lunge)
  • Skelettszintigraphie
  • Thoraxröntgenbild
  • PET
  • Sonographie (20 MHz)

Klinik

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Symptomatik des malignen Melanoms:

  • schmerzlose, asymmetrische, unregelmäßig begrenzte, schwarz-braune bis blau-rötliche Läsion
  • in über 50% knotig
  • rasche Infiltration in die Tiefe/die umgebenden knöchernen Strukturen
  • schmerzlose Läsion
  • Ulzerationen bei fortgeschrittenem Tumorstadium
  • Prädilektionsstellen in der Mundhöhle: Gaumenschleimhaut, Oberkiefer-Gingiva

Therapie

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Therapeutische Möglichkeiten des malignen Melanoms sind:

  • chirurgische Entfernung mit Sicherheitsabstand

Sicherheitsabstand von:

  • 0cm: ungünstige Melanome mit Lymphknotenbefall und Metastasen (Stadium VI)
  • 0,5cm: Schleimhautmelanome (nach Schwipper)
  • 1cm: Lento maligna bis 1,5cm und allen sonstigen Tumoren bis zu einer Dicke von 0.75mm
  • 3cm: ulzerierende Melanome, Skalpmelanome, High-Risk-Melanome mit einer Dicke >1,5mm

bei lokoregionaler Metastasierung:

  • Entfernung der lokoregionalen Lymphknoten (Parotidektomie, Neck-Dissection)

sonstige Therapiemaßnahmen:

  • Interferonbehandlung (ab Stadium II)
  • Chemotherapie (Stadium IV) 
  • Monotherapien (Decarbacin, Cisplatin, Nitrosoharnstoffderivate, Mitosehemmer)
  • Strahlentherapie ist nur wenig wirksam und sollte nur als Ultimo ratio bei inoperablen Patienten eingesetzt werden

Komplikationen

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Komplikationen des malignen Melanoms:

  • Tod

Zusatzhinweise

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Zusatzhinweise, die beim malignen Melanom zu beachten sind:

  • Einteilung der Tumore erfolgt nach dem Clark-Breslow-Schema in 5 Level
  • weitere Einteilung nach dem TNM-Schema (Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Metastasen)

Die Unterscheidung von dysplastischen Nävi von malignen Melanomen ist nicht immer leicht. Unterscheidungsmerkmale können sein:

  • Melanom wächst (horizontal, ev. auch vertikal)
  • Melanom oft assymetrisch, Begrenzung unscharf
  • die Färbung ist oft uneinheitlich

Literaturquellen

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  1. (2002) Schwenzer N - Spezielle Chirurgie Band 2 - Thieme
  2. (2008) Hirner A - Chirurgie - Thieme
  3. (2006) Schumpelick V - Kurzlehrbuch Chirurgie - Thieme

Assoziierte Krankheitsbilder zu Malignes Melanom des Mundes

Am häufigsten aufgerufene Krankheitsbilder in Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

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