Magenkarzinom

Synonyme: Magen-Ca

Definition

Magenkarzinom

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Das Magenkarzinom ist eine maligne Tumorerkrankung des Magens.

Laurén-Klassifikation (nach dem Wachstumsmuster):

  • Intestinaler Typ: expansiv (polypös) wachsend und gut begrenzt
  • Diffuser Typ: infiltrativ wachsend und schlecht begrenzt → Neigung zu frühzeitiger Lymphknotenmetastasierung
  • Mischtyp

Ätiologie

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Zur Entstehung des Magenkarzinoms:

  • Erkrankungen mit erhöhtem Magenkarzinom - Risiko:
    1. Helicobacter pylori Gastritis
    2. chronische atrophische Autoimmungastritis
    3. Zustand nach Magenteilresektion (nach 15-20 Jahren)
    4. Adenomatöse Magenpolypen
    5. Morbus Ménétrier
  • Ernährungsfaktoren (hoher Nitratgehalt der Nahrung in geräucherten und gesalzenen Speisen: Bakterielle Umwandlung von Nitraten zu Nititen → Vit. C wirkt dem entgegen)
  • Genetische Faktoren

Epidemiologie

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Zur Epidemiologie des Magenkarzinoms:

  • Das Magenkarzinom ist nach dem Hautkrebs der zweithäufigste maligne Tumor
  • Hohe Inzidenz in China, Japan, Finnland, Chile, Kolumbien, Venezuela; in Europa: 13(m) bzw. 7(w)/100 000/Jahr
  • Häufigkeitsgipfel jenseits des 50. Lebensjahres

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Magenkarzinom

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Beim Magenkarzinom sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Magenbeschwerden (z.B. Oberbauchschmerzen?)
  • Vorerkrankungen
  • Medikamentenanamnese
  • Leistungsknick?
  • Appetitlosigkeit?
  • Gewichtsverlust?
  • Erbrechen?
  • Abneigung gegen Fleisch?

Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung des Magenkarzinoms sind relevant:

  • Gastroskopie mit multiplen Biopsien
  • Endosonographie
  • Diagnostik zum Ausschluss von Metastasen (Sonographie und CT des Abdomens)

Klinik

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Das Magenkarzinom kann eines oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Beschwerden sind meist diskret und unbestimmt
  • Gewichtsabnahme
  • Widerwille gegen Fleisch
  • Brechreiz
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Leistungsknick
  • subfebrile Temperaturen

Zeichen der Metastasierung:

  • Hepatomegalie
  • Aszites
  • Virchow´ Lymphknoten

Fortgeschrittene Beschwerden:

  • akute Magenblutung
  • Magenausgangsstenose und Tumorkachexie

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten beim Magenkarzinom umfassen:

Chirurgie mit kurativer Zielsetzung:

  • Regeloperation
  • bei Kardiakarzinom: zusätzlich distale Ösophagusresektion mit Splenektomie
  • Passagewiederherstellung nach Gastrektomie durch Ösophagojejunostomie
  • Passagewiederherstellung nach subtotaler Gastrektomie durch Gastrojejunostomie

Perioperative Chemotherapie:

  • mit Epirubicin, Cisplatin, 5-FU
  • führt zu einem Downstaging und einer verlängerten Überlebensrate

Neoadjuvante Therapie:

  • bei primär nicht operablen Tumorstadien ohne Fernmetastasen

Isolierte Metastasierung des Peritoneums:

  • Kombination von radikaler Peritonealoperation und intraperitoneale Chemotherapie
  • 5-J.-Überlebensrate bis 20%

Palliative Therapiemaßnahmen:

  • bei stenosierendem Karzinom: Kunststofftubus oder Metallstents
  • Ernährungsfistel
  • palliative Chemotherapie (5-FU, Capecitabin, platinhaltige Zytostatika)

Komplikationen

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Derzeit sind keine Hinweise zu den Komplikationen des Magenkarzinoms vorhanden.


Zusatzhinweise

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zur Differentialdiagnose des Magenkarzinoms:

  • Erkrankungen an Gallenwegen, Leber, Pankreas
  • Reizmagen-Syndrom

Prognose des Magenkarzinoms:

5-J.-Überlebensrate nach Operation mit kurativer Zielsetzung:

  • pTis (Carcinoma in situ) 100%
  • pT1 (Frühkarzinom) 90%
  • pT1N1M0 oder pT2N0M0 70%

Literaturquellen

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  1. (2010) Herold G - Innere Medizin - Köln
  2. (2004) Emminger HA - Exaplan: Das Kompendium der klinischen Medizin - Urban & Fischer, München
  3. (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  4. (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  5. (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  6. (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  7. (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

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