Madenwurminfektion

Synonyme: Oxyuriasis, Enterobiasis

Definition

Madenwurminfektion

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Die Madenwurminfektion (auch Oxyuriasis) ist eine vor allem bei Kindern häufige, parasitöse Infektion mit Helminthen, genauer Enterobius vermicularis. Die Übertragung geschieht oral auch inhalativ, die Würmer besiedeln den Dünndarm und legen nach ca 5 Wochen ihre Eier im Bereich der Analregion ab. Die Reinfektion geschieht über fäkal-oral.


Ätiologie

Madenwurminfektion

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  • Mensch ist einziger Wirt
  • Erreger: Enterobius vermicularis Synonym: Oxyuris vermicularis
  • Größe:
  • Männchen: ca. 5 mm
  • Weibchen: ca. 13 mm
  • Entwicklungszyklus: ca 30 Tage
  • Über Ingestion und Inhalation gelangen Eier in Speiseröhre
  • ingestierte Larven entwickeln sich im Duodenum
  • Paarung im Zäkum
  • Migration im Rektum
  • Lebensdauer der Weibchen: 2 - 6 Wochen
  • legen ca. 10 000 Eier
  • Nachts gehen Weibchen, die sich tagsüber im Enddarm aufhalten, durch die Analöffnung zur Perianalregion->
  • legen dort ihre Eier ab -> dort entstehen infektionsfähige Larven -> diese führen zu starken Juckreiz und Kratzen -> sie gelangen unter Fingernägel, Schlafanzüge, Unter- oder Bettwäsche
  • Heteroinfektion (Infektion durch Andere)
  • Autoinfektion (Infektion durch sich selbst) 

Epidemiologie

Madenwurminfektion

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  • weltweite Verbreitung ca. 1 Mrd. Infizierte
  • häufigste Wurmerkrankung in Deutschland

Differentialdiagnosen

Madenwurminfektion

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Anamnese

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  • unstillbarer, nächtlicher Juckreiz?
  • Schlafstörungen?
  • Konzentrationsstörungen?
  • Familienanamnese?
  • Auftreten auch bei anderen Kinern im Kindergarten, in der Schule?

Diagnostik

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  • Klebestreifen-Abklatschpräparat
  • 3 Präparate auf 3 aufeinander folgender Tage

Klinik

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  • unstillbarer, nächtlicher Juckreiz
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • bei Erwachsenen oft asymptomatisch
  • Eosinophilie bei ausgeprägter Infektion

Therapie

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  • Kinder > 2 Jahren:
  • Einmalbehandlung mit Mebendazol 100 mg
  • Kleinkinder:
  • Pyrantel 10 mg/kgKG
  • Wiederholung nach 2-3 und 4-6 Wochen
  • Prophylaxe von Reinfektionen:
  • Waschen der Bett- und Unterwäsche mind. 60 °C
  • Sauberhalten der Fingernägel
  • Desinfektion der Toilettenbrillen
  • Tragen eines Mundschutzes beim Wechseln der Bettwäsche
  • Bei Non-compliance:
  • Familienbehandlung mit Mebendazol 100 mg wöchentlich über 8 Wochen
  • oder Albendazol 15 mg/kg KG alle 3 Wochen für 6 Monate (nicht zugelassen für Kinder unter 6 Jahren)

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Komplikationen

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  • Vulvovaginitis
  • Superinfektion durch Exkoriationen
  • Stigmatisierung

Zusatzhinweise

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Literaturquellen

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  1. Mayatepek E. (2007) - Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  2. Fuchs, Rothe, Wintergerst, Kieslich, Ruß (2007) - Arneimittel Pädiatrie pocket - Börm Bruckmeier Verlag
  3. Friedrich Carl Sitzmann (2006) - Duale Reihe - Pädiatrie - Taschenbuch-Georg Thieme Verlag
  4. Kiess, Merkenschlager, Pfäffle, Siekmeyer (2008) -Therapie in der Kinder und Jugendmedizin- Elsevier, Urban &Fischer Verlag

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