Lymphadenitis colli

Synonyme: Zervikale Lymphknotenschwellung

Definition

Lymphadenitis colli

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  • Unter einer Lymphadenitis colli versteht man eine ein- oder beidseitige entzündliche Vergrößerung der Halslymphknoten.

Ätiologie

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  • infektiös oder parainfektiös
  • akut oder chronisch
  • hämatogen oder lymphogen
  • häufige Erreger sind:
  • Bakterien: z.B. Staphylococcus aureus und Streptokokken, Yersinien, Anaerobier, Bartonella henselae, Mykobakterien
  • Viren: z.B. Herpesviren, EBV, Röteln, Masern, Coxsackie-Viren (Herpangina)
  • Parasiten: z.B. Toxoplasmen

In einigen Fällen gelingt der Nachweis eines Erregers nicht.

Eine Lymphadenitis colli kann auch immunogen, z.B. durch das Kawasaki-Syndrom ausgelöst werden.


Epidemiologie

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Zur Lymphadenitis colli sind im Moment keine epidemiologischen Informationen verfügbar.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Folgende Fragen sollten bei V.a. Lymphadenitis colli gestellt werden:

  • Schmerzen?
  • Überwärmt?
  • Fieber? Fieberverlauf?
  • Husten? Kontakt zu Tuberkulose-Patienten?
  • Rötung?
  • Schwellung?
  • Ist ein Hautausschlag neu aufgetreten?
  • Gelenkbeschwerden?
  • Schiefhaltung des Halses?
  • Dauer? Verlauf der Symptome?
  • Ist das Kind vollständig geimpft nach STIKO-Empfehlung?
  • ähnliche Fälle in der Familie?
  • Vorerkrankungen?
  • vermehrte Abgeschlagenheit? Schwäche? Infektionsneigung? Blutungsneigung?
  • Besonderheiten in der Schwangerschaft?
  • Auslandsaufenthalte?
  • sonstige Beschwerden neu aufgetreten?

Diagnostik

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  • Anamnese
  • Palpation (Verschieblichkeit, ein- oder beidseitiger Befund)
  • Körpertemperatur messen
  • Labor: CRP, BSG, Differentialblutbild, Titer (auch im Verlauf), Abstriche
  • Tuberkulintest
  • Ultraschalluntersuchung: eingeschmolzen? kugelig? Perfusionmuster?
  • ggf. Lymphknoten zur histologischen und infektiologischen Aufarbeitung entfernen wenn vorangegangene Diagnostik nicht ergiebig oder der Verlauf progredient ist

Klinik

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Oligo- oder asymptomatische Fälle können auftreten. Ansonsten kann folgende Klinik bei der Lymphadenitis colli imponieren:

  • Rubor
  • Dolor
  • Calor
  • Tumor
  • Fieber
  • Schiefhaltung des Halses
  • Reduktion des Allgemeinbefindens

Therapie

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Therapie der Lymphadenitis colli:

  • im Mittelpunkt sollte die Therapie der Grunderkrankung stehen
  • bakterielle Ursache: Antibiotika, insb. β-Laktam-Antibiotika, alternativ: Lincosamide
  • bei Einschmelzung: chirurgische Eröffnung und Entfernung des Eiters, Drainage einlegen (Abstriche! ggf. danach Therapie umstellen)
  • bei Mykobakterien: Chemotherapie einleiten

Empirische Antibiotika-Therapie: [5]

Cefuroxim: 100 mg/kgKG /d i.v. in 3 Einzeldosen

Bei V.a. Mischinfektion mit Anaerobiern:

Ampicillin + Clavulansäure: 60 (-100) mg/kgKG/d i.v. in 3 Einzeldosen

Bei Umstellung auf orale Therapie oder primär ambulant: [5]

Cefuroximaxetil: 20-30 mg/kgKG/d p.o. in 2 Einzeldosen

alternativ Ampicillin + Clavulansäure: 37,5 - 75 mg/kgKG/d p.o. in 2-3 Einzeldosen

Bei unklarer Genese: bis zu 2-wöchige probatorische antibiotische Therapie möglich -> wenn unwirksam: Verdachtsdiagnose überdenken


Komplikationen

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  • Bewegungseinschränkung im Hals-/Kopfbereich
  • Abszedierung
  • Fieberexsikkose
  • Komplikationen einer systemischen Infektion

Zusatzhinweise

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Zur Lymphadenitis colli sind im Moment keine Zusatzinformationen verfügbar.


Literaturquellen

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  1. (2007) Mayatepek E - Pädiatrie - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  2. (2008) AWMF Leitlinie - Lymphadenitis - Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
  3. (2006) Sitzmann F C - Duale Reihe - Pädiatrie - Thieme
  4. (2008) Kiess W, Merkenschlager A, Pfäffle R, Siekmeyer W - Therapie in der Kinder und Jugendmedizin - Elsevier, Urban & Fischer Verlag
  5. (2009) Schroten H, Tenenbaum T - Antiinfektiva Leitfaden, Pädiatrische Infektiologie - Universitätsmedizin Mannheim

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