Luftembolie

Definition

Luftembolie

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Eine Luftembolie bezeichnet die Verlegung von Gefäßen durch den Eintritt von Luft in den venösen Kreislauf. Es handelt sich zumeist um eine sehr seltene Komplikation bei medizinischen Eingriffen, die zu Ischämien und zum Tod des Patienten führen kann.


Ätiologie

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Die Ursachen einer Luftembolie sind:

  • Unsachgemäßer Umgang mit ZVK und Portkatheter. Hier kommt es zu einem pulssynchronen Unterdruck, wodurch bei einem undichten Katheter Luft eingesaugt werden kann.
  • Herzkatheteruntersuchung (unzureichende Entlüftung des Schlauchsystems bei Druckinfusion)
  • Komplikation chirurgischer Eingriffe: Bei Eingriffen, die über der Herzebene liegen kann es zu einem Druckgradienten von >5cmH2O kommen, was zu einem Einsaugen von Umgebungsluft in die Vene führt. Insbesondere neurochirurgische Eingriffe, die im Sitzen durchgeführt werden bergen dieses Risiko.

Epidemiologie

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Zur Luftembolie liegen derzeit keine epidemiologischen Daten vor.


Differentialdiagnosen

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Anamnese

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Bei der Luftembolie sind folgende Informationen von Bedeutung:

Besteht ein ZVK oder Portkatheter?


Diagnostik

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Zur diagnostischen Abklärung der Luftembolie sind relevant:

  • Messung der endexspiratorischen Kohlenstoffdioxid-Konzentration: plötzlicher Abfall bei Luftembolie
  • Pulmonaliskatheter: Anstieg des Pulmonalarteriendrucks
  • Ultraschall-Doppler-Sonde: bereits Luftmengen <0,1ml können durch Veränderungen der Doppler-Frequenz diagostiziert werden
  • Transösophageale Echokardiographie

Klinik

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Die Luftembolie kann eins oder mehrere der folgenden Symptome zeigen:

  • Hypotonie
  • Tackykardie
  • Arrhythmie
  • Zyanose
  • gestaute Halsvenen
  • Angstzustände
  • Schwitzen
  • Tachypnoe
  • atemabhängige Schmerzen
  • Bei Verlegung einer Hirnarterie kann es zu neurologischen Defiziten, ähnlich einem Schlaganfall, kommen

Therapie

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Die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Luftembolie umfassen folgendes:

  • Die wichtigste Maßnahme besteht in der Beseitigung der Ursache für den Lufteintritt, also z.B. Korrektur des undichten ZVK oder Abdichten offenliegender Venen.
  • Sauerstoffgabe
  • Aspiration am ZVK
  • Während Operation: Operationsgebiet unter Herzhöhe absenken und mit Kochsalzlösung überfluten
  • Durant-Manöver: Patient wird, sofern möglich, in Linksseitenlage gebracht. Kopf wird tief gelagert.

Komplikationen

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Die möglichen Komplikationen einer Luftembolie sind:

  • Tod z.B. durch die Verlegung der Herzkranzgefäße
  • Verlegung von Hirnarterien kann persistierende neurologische Defizite bis hin zum Tod auslösen

Zusatzhinweise

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Folgende Zusatzhinweise zur Luftembolie liegen vor:

  • Entgegen verbreiteter Meinungen ist es kaum möglich den Tod durch die versehentliche Injektion oder Infusion von Luft auszulösen.
  • Die tödliche Menge an Luft liegt bei 0,4ml/kg/KG/min. Diese Menge kann auch durch unsachgemäße Durchführung einer Injektion oder Infusion in eine periphere Vene kaum erreicht werden.

Literaturquellen

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  1. (2007) Larsen R. - Anästhesie - Elsevier Verlag
  2. (2003) Schüttler J, Biermann E - Der Narkosezwischenfall - Thieme Verlag
  3. (2010) Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie - Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/065-002.htm>

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