Linksventrikuläre Extrasystolen

Synonyme: VES

Definition

Linksventrikuläre Extrasystolen

Bearbeitungsstatus ?

Herzschläge außerhalb des normalen Herzrhythmus, ausgehend von einem ektopen Erregungszentrum im Bereich des Arbeitsymyokards des linken Ventrikels.


Ätiologie

Linksventrikuläre Extrasystolen

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linksventrikuläre Extrasystolen entstehen durch Störung der Erregungsbildung oder -weiterleitung

  • Nicht zwangsläufig Anzeichen einer Herzerkrankung. Oft bei Herzgesunden, nicht mit erhöhter Morbidität verbunden. (Ausnahme: Long-QT Syndrom, Brugada-Syndrom: Häufiger Kammerflimmern).

Epidemiologie

Linksventrikuläre Extrasystolen

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  • Oft bei Herzgesunden ohne pathologischen Wert.
  • 80 % der Patienten mit durchgemachtem Myokardinfarkt klagen über linksventrikuläre Extrasystolen (VES).

Differentialdiagnosen

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Anamnese

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Bei linksventrikulären Extrasystolen sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • Oft asymptomatisch als Zufallsbefund.
  • Herzstolpern?
  • Pulsationen im Hals?

Diagnostik

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Zur diagnostischen Abklärung von linksventrikulären Extrasystolen ist relevant:

Oberflächen-EKG:

  • Verbreiterter und gespaltener QRS-Komplex
  • Auftreten der VES: 
  1. einzeln
  2. als Bigeminus: Jedem Sinusschlag folgt eine VES
  3. als Trigeminus: Zwei Sinusschläge gefolgt von VES
  4. Quadrigeminus usw.
  • Zwei in Folge auftretende VES = Couplet
  • Dreiersalve von VES = Triplet
  • QRS-Komplex stets gleichbleibend (monotope VES) oder verändernd (polymorphe VES)

Klinik

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Differentialdiagnostische Abgrenzung von linksventrikulären Extrasystolen zu:

  • Ektopen ventrikulären Ersatzrhytmen (HF<100/min)
  • Supraventrikulären Extrasystolen (SVES)
  • Vorhofflimmern mit funktionellem Schenkelblock (Aberation)

Therapie

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Beim Herzgesunden sind linksventrikuläre Extrasystolen als harmlos anzusehen und nicht zu therapieren.

Bei starker Symptomatik: (bei Herzgesunden!):

  • ß-Rezeptor-Blocker (z.B. Metoprolol 50-200 mg/Tag)
  • Katheterablation

Komplikationen

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Erhöhte Inzidenz des plötzlichen Herztodes bei Patienten mit organischen Herzerkrankungen o. Myokardinfarkt bei Behandlung mit Klasse-Ic-Antiarrhytmika. (Kontraindikation)


Zusatzhinweise

Linksventrikuläre Extrasystolen

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Zu linksventrikulären Extrasystolen liegen derzeit keine weiteren Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

Linksventrikuläre Extrasystolen

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1. Duale Reihe Innere Medizin (2009) - Thieme, Stuttgart

2. Dörner K. - Klinische Chemie und Hämatologie (2006) - Thieme, Stuttgart

  • (2006) Weylandt K, Klinggräff P - DD Innere Kurzlehrbuch der Inneren Medizin und differentialdiagnostisches Kompendium - Lehmanns Media
  • (2009) Thieme Verlag - Innere Medizin - Duale Reihe - Thieme
  • (2009) Herold G - Innere Medizin 2010 - Herold, Köln
  • (2008) Renz-Polster H, Krautzig S - Basislehrbuch Innere Medizin - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  • (2007) Piper W - Innere Medizin - Springer

Assoziierte Krankheitsbilder zu Linksventrikuläre Extrasystolen

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