Lichen ruber planus

Synonyme: Knötchenflechte

Definition

Lichen ruber planus

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Lichen ruber planus ist eine chronisch papulöse Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann.


Ätiologie

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Ätiologie ist unklar.

  • Erkrankung tritt sporadisch auf
  • es besteht jedoch eine genetische Disposition, die an vereinzelten familiären Erkrankungsfällen und einer Assoziation mit bestimmten HLA-Merkmalen erkennbar ist
  • wichtigste Triggerfaktoren stellen Infektionen (Hepatitis B und C) und Stress dar

Epidemiologie

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Lichen ruber planus hat:

  • die höchste Prävalenz (0,5 - 0,8%) bei Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren
  • ca. 1 bis 10% der Fälle treten bei Kindern auf
  • kommt vermehrt in den Topen und Subtropen vor

Differentialdiagnosen

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Anamnese

Lichen ruber planus

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Für den Lichen ruber planus sind folgende Informationen von Bedeutung:

  • typische Papeln der Haut?
  • Beginn mit wenigen Herden, allmähliche Ausbreitung?
  • seit wann? zeitlicher Verlauf?
  • Juckreiz?
  • Schleimhautbefall?
  • andere Autoimmunerkrankung bekannt?
  • Diabetes mellitus? chronische Dramerkrankung? Virushepatits? primär biliäre Zirrhose?

Diagnostik

Lichen ruber planus

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Diagnostische Maßnahmen bei einem Lichen ruber planus:

  • es gibt keine spezifischen Laborparameter
  • charakteristisches klinisches Bild: konfluierende Herde mit Papeln und Wickham-Phänomen (weißliches Streifenmuster), betroffene Haut und Schleimhautstellen
  • Histologie: bandförmiges entzündliches Infiltrat, Hyperplasie der Körnerzellen
  • direkte Immunfluoreszenz: Immunglobulin- und Fibrinablagerungen
  • evtl. Abklärung möglicher anderer autoimmuner Erkrankungen

Klinik

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Die klinische Symptomatik des Lichen ruber planus:

  • manifestiert sich meist an den Beugerseiten der Unterarme und in der Sakroiliakalregion mit flachen, rötlich lividen polygonalen Papeln, die eine feine oberflächlich Netzzeichnung zeigen (Wickham-Streifen) und von starken Juckreiz begleitet sind
  • wird als "4p disease" bezeichnet = polygonal, purple, pruritic, papules
  • Papeln können lineär oder anulär angeordnet sein
  • im Palmoplantarbereich und der Mukosa können die Hautveränderungen auch erosiv werden
  • bei leichten Verletzungen zeigt sich der isomorphe Reizeffekt (Koebner-Phänomen)
  • bei 10-30% sind Wickham-Streifen auf der Mundschleimhaut zu erkennen, seltener an der Genitalschleimhaut
  • Nagelbeteiligung, die zu einer Verdünnung und zu einer progressiven Dystrophie des Nagels führt
  • selten kann neben den Nägeln auch die Kopfhaut im Sinne einer narbigen Alopezie betroffen sein

Therapie

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Die therapeutichen Maßnahmen bei dem Lichen ruber planus:

  • topische Gucokortikoide (Klassen II-III), 2-mal täglich für drei Wochen
  • bei hypertrophen Läsionen kurzfristig (3-4 Tage) okklusive Behandlung (Folienokklusion über Nacht)
  • bei sehr hartnäckigen oder disseminierten Befall kurzfristig Glucokortikoide intern (30 mg Prednisolon/d über 3 Wochen)
  • bei oralem Befall Lidocainhydrochlorid (Mundgel) unter Zusatz von 0,05% Betamethason
  • in therapierefraktären Fällen Ciclosporin (3 mg/kg KG/d für 6-12 Wochen) p.o.

Komplikationen

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Komplikationen des Lichen ruber planus:

  • chronischer, theapieresistenter Verlauf

Zusatzhinweise

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Zu dem Lichen ruber planus liegen derzeit keine weitere Zusatzhinweise vor.


Literaturquellen

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  1. (2009) Rassner G - Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Urban & Fischer Verlag, Elsevier
  2. (2005) Netters Dermatologie - Thieme
  3. (2007) Petres, Rompel - Operative Dermatologie, Lehrbuch und Atlas - Springer
  4. (2009) Fritsch P - Dermatologie und Venerologie für das Studium - Springer
  5. (2007) Altmeyer P - Dermatologische Differenzialdiagnose, Der Weg zur klinischen Diagnose - Springer
  6. (2005) Braun-Falco O, Plewig G, Wolff HH, Burgdorf WHC, Landthaler M - Dermatologie und Venerologie - Springer, Heidelberg
  7. (2003) Jung E, Moll I - Dermatologie - Thieme, Duale Reihe

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