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Antinukleäre Antikörper

Antinukleäre Antikörper (ANA), die sich gegen nukleäre Antigene im Zellkern richten.

ANA sind positiv ab einem Titer von 1:160 (laborabhängig evtl. unterschiedliche Werte).

Sie werden bei V.a. Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, Autoimmunhepatitis, bei habituellen Aborten, Perikarditis, Pleuritis, rezidivierenden Thrombophlebitiden und bei Fieber unklarer Genese bestimmt. Hohe Titer machen die Diagnose dabei wahrscheinlich, bei negativem Titer kann man einen SLE weitgehend ausschließen. ANA können positiv sein bei:

Systemischem Lupus erythematodes (95%), asymptomatischen Verwandten von SLE-Patienten, medikamenteninduziertem Lupus erythematodes (95%). kutanen Formen des Lupus erythematodes (20 – 60%), Mixed connective tissue disease, Sharp-Syndrom (95%), CREST-Syndrom (95%), 
Sjögren-Syndrom (50 – 95%), Sklerodermie, Poly-/Dermatomyositis, rheumatoider Arthritis, Felty-Syndrom, hämolytischer Anämie (AIHA, 50%), Autoimmunhepatitis (60 – 100%), primär biliärer Zirrhose (40%), Virushepatitis (30%), alkohol-toxischer Leberzirrhose (30%), juveniler chronischer Arthritis, Thyreoiditis (20 – 40%), bei diversen nichtentzündlichen Erkrankungen wie Leukämie (30 – 70%), Malaria (30%), Lungenfibrose sowie in der Schwangerschaft (10%). Im höheren Lebensalter können ebenfalls positive ANA bei Gesunden vorkommen (> 60 J. bis 30%). ANA sollten in einer Stufendiagnostik abgeklärt werden: zunächst durch Immunfluoreszenz, dann durch ELISA-Bestätigung und schließlich durch Differenzierung der Antikörper gegen die einzelnen nukleären Antigene.