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α-Fetoprotein

Das Alpha-Fetoprotein wird gebildet im Gastrointestinaltrakt, Dottersack und in der Leber des Foeten im Mutterleib. Alpha-Fetoprotein wird bestimmt zur Diagnose und Verlaufskontrolle des hepatozellulären Karzinoms und von Keimzelltumoren sowie zur Pränataldiagnostik von Neuralrohrdefekten.Bei nichtschwangeren Erwachsenen und Kindern ab dem 1. Lebensjahr liegt der Normwert bei ≤ 10 – 15 μg/l (ca. 7 IU/l).

Erhöht ist das AFP beim hepatozellulären Karzinom, bei Keimzelltumoren (bei Dottersacktumoren immer erhöht, bei embryonalen Karzinomen teilweise, bei Seminomen, Dysgerminomen, Teratomen undDermoidzysten jedoch immer negativ), bei diversen Karzinomen des Magen-Darm-Traktes und der Lunge, besonders wenn Lebermetastasen vorliegen, bei akuter und chronischer Hepatitis, dialysepflichtiger Niereninsuffizienz bei postmenopausalen Frauen, ektoper Gravidität und bei Leberzirrhose.

Bei Schwangeren steigt das AFP von der 10. bis zur 32. SSW an und fällt anschließend bis zur Geburt auf das Niveau der 24. SSW ab.

In der Pränataldiagnostik wird das AFP zwischen der 15. und 20. SSW bestimmt und kann erhöht sein bei offenen Neuralrohrdefekten, ventralen Spaltbildungen, Mehrlingen, bei fetomaternaler Transfusion und nach intrauterinen Eingriffen wie der Amniozentese. Ein erniedrigtes AFP findet man gehäuft bei Trisomie 21 und Polyhydramnion.