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Hypokaliämie

Eine Hypokaliämie liegt ab einem Serumkalium bei Erwachsenen < 3,6 mmol/l, bei Kindern < 3,2 mmol/l.

Eine Hypokaliämie kann auftreten: verlustbedingt bei Diarrhö, Laxantienabusus, Erbrechen, Fisteln, massivem Schwitzen, Nierenerkrankungen, Malnutrition (Anorexia nervosa, Alkoholismus u.a.), Malabsorption (z.B. bei Morbus Crohn, Sprue),

Therapiebedingt kann eine Hypokaliämie auftreten bei: Diuretikatherapie, Hyperaldosteronismus, Hyperkortisolismus, Glukokortikoid- und Mineralkortikoidtherapie, Therapie mit Amphotericin B, übermäßiger Lakritzzufuhr, Alkalosen, Hyperthyreose, Insulinbehandlung eines Coma diabeticum und selten bei der hypokaliämischen paroxysmalen Lähmung (Auslöser: körperliche Anstrengung, Kohlenhydrate).

Eine Hypokaliämie zeigt sich auch bei rasch wachsenden Tumoren (Lymphome, Leukämien, Kleinzelliges Bronchialkarzinom), Vitamin B12-Therapie der schweren Perniziosa, Therapie der schweren Malnutrition (Refeeding-Syndrom), durch Medikamente (Theophyllin, Chloroquin, Verapamil).

Zeichen einer Hypokaliämie sind Müdigkeit, Adynamie, Muskelschwäche, Obstipation, Arrhythmien, metabolische Alkalose, Glukoseintoleranz und in schweren Fällen Rhabdomyolyse, Ileus, Blasenmotilitätsstörungen, Asystolie und nephrogener Diabetes insipidus. Im EKG zeigen sich eine T-Abflachung und evtl. eine U-Welle.