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Ödem

Unter Ödem versteht man pathologische Flüssigkeitsansammlung im interstitiellen Raum.

Nach langem Sitzen oder Stehen oder prämenstruell können auch physiologisch leichte prätibiale Ödeme beobachtet werden.

Generalisierte Ödeme betreffen das Gewebe des gesamten Körpers und finden sich der Schwerkraft gemäß beim stehenden Patienten im Knöchelbereich und prätibial, beim liegenden Patienten in der Steißbeinregion.

Die häufigsten Ursachen für generalisierte Ödeme sind Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen (Nephrotisches Syndrom, Glomerulonephritis), weshalb zunächst kardiale und renale Ursachen ausgeschlossen werden sollten.

Des weiteren finden sich generalisierte Ödeme bei schweren Lebererkrankungen, verminderter Proteinzufuhr (Hungerödeme), bei Angioödemen, exsudativer Gastroenteropathie, medikamentös bedingt (z.B. durch Hydralazin, Minoxidil, α-Methyldopa, NSAR, Glukokortikoide, Antidepressiva, Glitazone), hypokaliämisch bei Laxantienabusus, bei Diuretikaabusus zur Gewichtsreduktion; als Frühsymptom einer Sklerodermie, bei Diabetes mellitus, iatrogen bedingt, selten im Rahmen eines Hyperaldosteronismus oder bei übermäßiger Zufuhr von Lakritze.

Lokalisierte Ödeme finden sich bei venösen Abflußstörungen (Thrombose, postthrombotisches Syndrom, chronisch-venöse Insuffizienz), allergisch, entzündlich, posttraumatisch, bei Complex Regional Pain Syndrome, bei verminderter Lymphdrainage oder artifiziell (durch Selbstabschnüren einer Extremität).